Terrornetzwerk aus Österreich: Anklage gegen den mysteriösen Dritten
Beran A. soll von seinem Kinderzimmer in Ternitz aus einen Anschlag auf das Taylor-Swift-Konzert geplant haben. Er sitzt in Haft.
Er war der mysteriöse dritte Mann des Terrornetzwerkes aus Österreich, das zeitgleich in Mekka, Dubai und Istanbul mit Anschlägen zuschlagen wollte. Die Staatsanwaltschaft Wien hat gegen jenen 20-jährigen Mann aus Wien-Favoriten Anklage erhoben, der im Verdacht steht, in Istanbul ein Blutbad geplant zu haben.
Der 20-jährige Slowake Arda K. wurde wegen der Verbrechen der terroristischen Straftat, der Reisen für terroristische Zwecke, der terroristischen Vereinigung und der kriminellen Organisation angeklagt. Das gab die Staatsanwaltschaft Wien am Mittwoch bekannt.
Damit ist er der zweite Verdächtige im Dunstkreis des Drahtziehers der geplanten Anschläge auf das Taylor-Swift-Konzert Beran A., dem demnächst der Prozess gemacht wird. Gemeinsam mit dem 20-jährigen Hasan E. aus Ebergassing im Bezirk Bruck an der Leitha hatte das Trio geplant, im März 2024 zeitgleich Anschläge zu verüben.
Hasan E. flog nach Saudi-Arabien, Beran A. nach Dubai und Arda K. nach Istanbul. Durchgeführt wurde einzig der Anschlag in Mekka. Hasan E. griff dort mehrere Wachebeamte mit einem Messer an. Er sitzt deshalb seither in Saudi-Arabien in Haft, ihm droht sogar die Todesstrafe.
Swift-Verdächtiger flog wieder nach Hause
In Dubai hätte laut Ermittlern Beran A. zuschlagen sollen - doch er soll Angst bekommen haben, flog wieder heim und soll stattdessen einen Anschlag auf das Taylor-Swift-Konzert in Wien geplant haben.
Kalte Füße bekommen
Arda K. gilt für die Staatsanwaltschaft Wien als Beitragstäter des Anschlags in Mekka. Er soll Hasan E. "psychisch unterstützt und in seinem Tatentschluss bestärkt haben", indem er gemeinsam mit Beran A. von Ende 2023 bis zum 11. März 2024 drei Terroranschläge im Namen des IS in Mekka, in Dubai und in Istanbul plante und vorbereitete, so die Anklage.
Demnach habe der Tatplan vorgesehen, dass das Trio im März 2024 jeweils einzeln an die genannten Orte reisen und dort jeweils einen Terroranschlag im Namen des IS verüben sollte.
Flug nach Istanbul
Arda K. soll in Umsetzung des gemeinsamen Tatplans am 4. März 2024 tatsächlich von Österreich nach Istanbul gereist sein, um dort ein Attentat auf Kräfte der Polizei oder des Militärs im Namen des IS zu verüben. Bis zum 11. März 2024 stand er mit Hasan E. in Saudi-Arabien in Kontakt. Die geplanten Anschläge in Istanbul und Dubai wurden letztlich nicht ausgeführt, heißt es vonseiten der Staatsanwaltschaft.
Dem Angeklagten wird weiters zur Last gelegt, sich der Terrororganisation des Islamischen Staates angeschlossen zu haben. "Wobei er sich der Ideologie des IS bewusst war und sich zu dieser bekannte", heißt es in der Anklage.
Die Strafdrohung für das Verbrechen der terroristischen Straftaten beträgt - unter Berücksichtigung des Alters des Angeklagten zu den Tatzeitpunkten - bis zu 20 Jahren Freiheitsstrafe. Die Anklage ist noch nicht rechtskräftig. Der Prozess soll noch vor dem Sommer in Wien stattfinden.
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