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Chronik | Wien
07/04/2019

Tempo 30: Nutzen für Sicherheit unbestritten

Ob die Geschwindigkeitsreduktion auch dem Klimaschutz dient, ist aber unklar.

Weitgehend unbestritten ist, dass Tempo 30 die Verkehrssicherheit erhöht: „Studien aus Deutschland zeigen, dass die Maßnahme zu einer Halbierung der Zahl der Unfälle führt. Die Zahl der Verletzten sinkt um zwei Drittel“, schilderte kürzlich Ulrich Leth, Verkehrsexperte an der TU Wien, bei einem Vortrag auf Einladung der Grünen.

Relativ eindeutig ist die Datenlage auch beim Thema Lärm: Laut internationalen Studien würde eine Senkung des Tempolimits von 50 auf 30 km/h die Lärmbelastung im Schnitt um zwei bis drei Dezibel senken. „Das hört sich an, wie die Halbierung der Verkehrsleistung“, sagt Leth.

Unklar ist hingegen, ob die Maßnahme auch dabei hilft, Luftschadstoffe zu reduzieren: „Studien liefern unklare Ergebnisse. Es gibt Effekte, die einander überlagern.“

Grüne Welle

Es ist jedenfalls eine Grüne Welle nötig, um Staubildung zu vermeiden, betont Nikolaus Authried vom ÖAMTC. Er bestreitet nicht den positiven Effekt auf die Sicherheit, die Frage sei aber, wo man dafür die Grenzen einer Tempo-30-Zone setze.

Authried befürchtet, dass sie zusehends auch auf Hauptverkehrsrouten ausgedehnt werden. Ein Beispiel dafür sei die Hörlgasse im Alsergrund, wo nach Anrainerbeschwerden das Tempo gedrosselt wurde.