Hitze drückt aufs Gemüt: Seelsorge-Hotline läuft heiß
Telefonseelsorge Wien - Kontakt ist auch per Chat möglich.
Während viele vor der Hitze in den Urlaub fliehen, drückt diese bei Daheimgebliebenen auf das Gemüt. Dazu kommt, dass einsame Menschen gerade im Sommer auf manche Angebote nicht zurückgreifen können - weil diese pausieren.
Diese Bilanz zieht die Telefonseelsorge der Erzdiözese Wien und der Evangelischen Kirche Wien, die auch im Sommer 130 Anrufe täglich zählt. "Der Sommer ist für viele unserer Anruferinnen und Anrufer eine harte Zeit, weiß Antonia Keßelring von der Erzdiözese Wien, die die Telefonseelsorge mit Carola Hochauser von der Evangelischen Kirche leitet, "während andere auf Urlaub fahren, müssen sie den Sommer in ihren aufgeheizten Wohnungen verbringen. Da fällt vielen die Decke auf den Kopf, weil sie sich zurückgelassen und alleine fühlen.“
Hitze schließt Menschen aus
Die massive Hitzewelle im Juni hat sich auch bei den Gesprächen stark bemerkbar gemacht. "Viele Menschen können sich aufgrund der Hitze nicht so bewegen wie gewohnt. Sie sind weniger mobil, der Antrieb fehlt." Das führe dazu, dass sich viele körperlich und psychisch erschöpft fühlen würden.
Die Telefonseelsorge, ein Angebot der Katholischen und Evangelischen Kirche, ist österreichweit kostenlos unter der Notrufnummer 142 rund um die Uhr erreichbar.
Wer möchte, kann sich auch per E-Mail, Chat (täglich von 16:00 bis 23:00 Uhr) oder WhatsApp an das Seelsorgeteam wenden.
Alle Infos: www.telefonseelsorge.at
Umso mehr verweist Keßelring auf das Angebot der Telefonseelsorge, die unter der Nummer 142 erreichbar ist: „Bevor Ihnen die Decke auf den Kopf fliegt, bitte rufen Sie uns an.“
Antonia Keßelring am Telefon der Telefonseelsorge Wien.
Keßelring versichert, dass es sich bei den Gesprächspartnern hinter der Notrufnummer um „Menschen handelt, die sich für Sie interessieren“. Gemeinsam mit den Anrufern würden die Seelsorgerinnen und Seelsorger Entlastungsstrategien entwickeln und gegebenenfalls auch auf weiterführende professionelle Hilfsangebote verweisen.
Ehrenamtliche gesucht
Die Telefonseelsorge ist - wie vieles in der Kirche - ein Ehrenamt. Über 170 Personen sorgen dafür, dass die eingehenden Notrufe qualitätsvoll behandelt werden. Dafür werden die Ehrenamtlichen mit einer einjährigen Ausbildung für den Dienst am Notruf-Telefon geschult.
Aktuell sucht die Telefonseelsorge Wien sucht Verstärkung durch neue Ehrenamtliche, „die offen für Menschen und ihre Sorgen sind, ihnen zuhören und weiterhelfen wollen“, ergänzt Keßelring. Neben Sensibilität und Einfühlungsvermögen werde für den Dienst psychische Stabilität, Belastbarkeit, Reflexionsfähigkeit sowie die Bereitschaft vorausgesetzt, sich im Kontakt mit Anruferinnen und Anrufern persönlich einzubringen.
Bis 14. September kann man sich für die Ausbildung mit Start im Jänner 2027 bewerben. Alle Infos: www.erzdioezese-wien.at/telefonseelsorge-mitarbeit
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