Favoriten sei sein zweites Wohnzimmer, erklärte Strache im Wahlkampf. Jetzt wird es ungemütlich.

© Ichner Bernhard

Stadtpolitik
11/21/2020

Team HC Strache droht Verlust des Klubs in Favoriten

Zwei Bezirksräte streiten in Favoriten um den Vorsitz des Mini-Klubs. Einer davon ist Ex-FPÖ-Gemeinderat Günter Kasal.

von Bernhard Ichner

Dem nur noch auf Bezirksebene existenten Team HC Strache droht ein weiterer Rückschlag. Zwar stünden der Kleinpartei, die bei der Wien-Wahl mit 3,27 Prozent der Wählerstimmen den Einzug in den Gemeinderat klar verfehlte, 17 Bezirksräte und fünf Klubs (in Favoriten, Meidling, Floridsdorf, in der Donaustadt und in Liesing) zu. Aufgrund eines internen Streits ist nun aber fraglich, ob der Klub in Favoriten zustande kommt.

Grund ist die Frage, wer Obmann des neuen, aus zwei Bezirksräten bestehenden Mini-Klubs werden sollte: Ex-FPÖ-Gemeinderat Günter Kasal aus Hietzing oder der Favoritner Ex-FPÖ-Bezirksrat Wolfgang Cadilek. Ersterer bekam vier Vorzugsstimmen, Letzterer zumindest 25.

Zu dem Thema werde es vor der konstituierenden Sitzung am kommenden Mittwoch noch Gespräche geben, erklärt Kasal zuversichtlich. Vorzugsstimmen würden in Wahrheit keinen interessieren, meint er. Wichtig sei, wer die Arbeit mache – also Anfragen und Anträge stelle, so wie er bisher im Gemeinderat.

Unmut in der Bezirkspartei

Das sieht Cadilek nicht so. Kasal halte sich schlicht nicht an Absprachen. „Vor der Wahl war mit HC ausgemacht, dass Kasal das Mandat in Favoriten nur annimmt, wenn wir den Bezirksvorsteher oder einen Stellvertreter schaffen. Wegen seiner Gemeinderat-Erfahrung, hat es geheißen.“

Nun habe sich Kasal aber auch ohne derartigen Wahlerfolg zum Obmann erklärt, zürnt Cadilek – ohne von den bis Mittwoch noch existenten sechs „Team HC“-Bezirksräten gewählt worden zu sein. Der Unmut in der Bezirkspartei sei deshalb groß.

Einigen sich Kasal und Cadilek nicht, gibt’s keinen Klub.

Vom Gemeinderat ins Bezirksparlament

Fix ist indes, wie es mit den politischen Karrieren der „Team HC“-Gründungsmitglieder weitergeht. Während Ehrenobmann Heinz-Christian Strache als Berater in der Immobilienbranche Fuß fasst, wird sein Stellvertreter, Ex-Gemeinderat Karl Baron, Klubobmann des Teams HC in der Donaustadt. Dietrich Kops wird Bezirksrat in Landstraße und Klaus Handler Selbiges in Simmering.

Mittelfristig arbeite man daran, "Team HC"-Landesstrukturen im Burgenland, in Oberösterreich oder auch in Tirol aufzubauen, verrät der (ehrenamtlich tätige) Partei-Generalsekretär Christian Höbart, der mit einer eigenen Bürgerliste in Guntramsdorf (NÖ) im Gemeinderat vertreten ist.

Blaue nehmen Abschied

Umorientieren müssen sich nach dem Verlust von 23,68 Prozent bei der Wien-Wahl auch etliche bisherige Gemeinderäte der FPÖ. Während Ex-Vizebürgermeister Dominik Nepp nicht amtsführender Stadtrat und Maximilian Krauss Klubobmann wird, nehmen Toni Mahdalik, Wolfgang Irschik, Dietbert Kowarik, Veronika Matiasek, Wolfgang Seidl, Stefan Berger und Udo Guggenbichler auf den verbliebenen Landtags- bzw. Gemeinderatssitzen Platz.

Nicht mehr im Rathaus vertreten ist dagegen etwa die Ex-ÖVP-Bezirkschefin der Inneren Stadt und zuletzt nicht amtsführende FPÖ-Stadträtin Ursula Stenzel. Sie geht in Pension. Auch Michael Stumpf errang kein Mandat mehr. Er bleibt aber Landesparteisekretär.

Auf eine Halbzeitlösung einigten sich die bisherige Zweite Landtagspräsidentin Veronika Matiasek und die bisherige nicht amtsführende Stadträtin Ulrike Nittmann: Wenn Matiasek in 2,5 Jahren in Pension geht, bekommt Rechtsanwältin Nittmann ihr Gemeinderatsmandat.

Trotz verlorenem Landtagssitz bleibt auch Leo Kohlbauer aus Mariahilf für die FPÖ aktiv. Er ist für Medien- und Kommunikationsarbeit zuständig.

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