Chronik | Wien
21.12.2011

Tausende hingen in Megastau fest

Chaos auf der A23 – Ein Lkw krachte auf der Süd-Ost-Tangente in eine Betonwand.

Es war der Megastau des Jahres. Der Frühverkehr kam auf Tangente und Südautobahn (Fahrtrichtung Norden) zum Erliegen. Die Blechkarawane stand über 20 Kilometer von der Hanssonkurve in Wien-Favoriten bis über die A2-Ausfahrt Wiener Neudorf.

Am Mittwoch, kurz nach 4 Uhr Früh, krachte ein 60 Tonnen schwerer Lkw-Kran beim Verteilerkreis in die mittlere Betonleitwand der Stadtautobahn. Durch den Aufprall wurden fünf Wandelemente etwa zwei Meter auf die Gegenfahrbahn geschoben. Eine Konsole zerbröselte zur Gänze – fußballgroße Betonbrocken blockierten die Fahrbahn Richtung Süden. Ein Pkw-Lenker konnte nicht mehr ausweichen und riss sich die Ölwanne auf. Jetzt fuhr sich der aus Norden kommende Verkehr fest. Auf der Tangente ging nichts mehr.

Die Feuerwehr rückte mit Abschlepp- und Kranwagen an. Einsatzleiter Werner Turetschek: „Der Lenker des Kran-Lkw hatte unheimliches Glück. Denn die Fahrerkabine wurde völlig zerstört. Der Mann hat keinen Kratzer, aber einen Schock.“ Er wurde ins Mödlinger Krankenhaus zur Beobachtung gebracht.

Obwohl der havarierte Lkw gegen 6 Uhr weggeschleppt wurde, dauerte die Tangenten-Sperre bis 9 Uhr. Denn die ASFiNAG musste die auf 25 Meter zerstörte Mittelleitschiene durch ein Provisorium ersetzen. Zigtausende kamen zu spät zur Arbeit, weil alle aus dem Süden kommenden Einfahrtsstraßen nach Wien hoffnungslos verstaut waren.