Chronik | Wien 18.01.2013

Sturm auf das Verkehrsamt ist zu Ende

Rund 25.000 Wiener hätten keinen neuen Führerschein benötigt

„Fotografieren dürfens da aber net. Da kann man ja was im Hintergrund sehen, was man net sehen darf“ – im Wiener Verkehrsamt war man nicht begeistert, als der historische Augenblick von KURIER-Fotograf Jeff Mangione im Bild festgehalten wurde.

Am Freitag, kurz vor 12 Uhr, war es so weit: Ursula Dekkers durfte als letzte Wienerin einen Scheckkartenführerschein nach altem Modus beantragen. Der große Ansturm auf das Amt ist damit Geschichte. Dekkers Führerschein ist damit noch bis 2033 gültig. Ab Montag sind alle Dokumente auf 15 Jahre befristet. Gewonnen hat Dekkers mit dem Tausch immerhin fünf Jahre.

Dekkers bekam den letzten Führerschein in Wien nach altem Modus
verkehrsamt wien führerschein © Bild: KURIER/jeff mangione
„25.149 solcher nicht unbedingt notwendigen Ansuchen“ hat die Behörde im Vorjahr erhalten, sagt Polizeisprecher Manfred Reinthaler. Deshalb wurden 2012 in Wien erstmals mehr als 80.000 Führerscheine ausgegeben. Im bisherigen Rekordjahr 2011 waren es um rund 15.000 weniger.

Für Dekkers war der Tausch des Führerscheins in letzter Sekunde alles andere als unnötig. „Den Politikern und der EU fällt ja alles mögliche ein. Vielleicht muss man in fünf oder zehn Jahren die Führerscheinprüfung noch einmal nachmachen. Da habe ich lieber jetzt meinen Führerschein sicher.“

Neben der Befristung sind auch ein paar andere Dinge neu am neuen Führerschein. Das neue Dokument ist nicht nur fälschungssicherer (etwa durch zwei Fotos), sondern es gibt auch neue Klassen. Damit soll das bisherige Wirrwarr in der EU beseitigt werden: Was in einem Land gilt, ist dann auch in allen anderen möglich. Bisher durften etwa 15-Jährige mit dem Moped nur bis zur Grenze fahren.

( Kurier ) Erstellt am 18.01.2013