Straßenräumung: Trotz Volleinsatz in Wien viele Behinderungen

MA48 im Winterdienst mit Schneepflug unterwegs.
Eis und Schnee sorgen in Wien für Behinderungen. Sind wir überhaupt noch auf solche Tage vorbereitet?

Der Klimawandel hat dazu geführt, dass - nicht nur in der Bundeshauptstadt Wien - weniger Schnee fällt. Auch Eisregen - wie jener, der heute zu massiven Behinderungen geführt hat, kommt seltener vor.

Laut Geosphere Austria gab es in Wien in den 1950er-Jahren durchschnittlich noch bis zu 50 Tage mit einer geschlossenen Schneedecke. In den 2000er-Jahren hat sich diese Zahl auf 32 reduziert. Grund dafür ist der Klimawandel.

Heute, Dienstag aber stand der Wiener Winterdienst wieder mit der gesamten Mannschaft im Einsatz: 1.400 Mitarbeiter und 281 Räum- und Streufahrzeuge waren heute auf den Straßen unterwegs. „Wir sind im Volleinsatz“, sagt die Sprecherin der MA 48, zu der der Winterdienst gehört. Es sei viel zu tun, aber „es läuft gut“, berichtet sie. „Wir hoffen natürlich, dass es bald aufhört zu regnen“ - und damit die Glatteisbildung ein Ende findet.

Zahl der Einsätze ist rückläufig

Auch wenn heute wieder ein intensiver Tag für den Winterdienst ist, die Zahl der Einsätze pro Winter ist - genauso wie die Schneetage selbst - rückläufig. „Wenn man einen längeren Zeitraum betrachtet, dann sind die Einsätze deutlich weniger geworden“, sagt die Sprecherin. Schneefall und Glatteisbildung seien heute viel seltener.

Heute aber ist einer dieser einsatzreichen Tage. Straßen, Radwege und Fußgängerübergänge müssen vom Winterdienst geräumt werden. 

Für die Gehsteige dagegen sind die Grundstücks- und Hauseigentümer verantwortlich. Um die Gemeindebauten zum Beispiel kümmere sich Wiener Wohnen. Auch dort stehen an Tagen wie diesen alle Mitarbeiter sowie die beauftragten externen Firmen "voll im Winterdienst-Einsatz", berichtet eine Sprecherin.

366 Fußballfelder

Sind in einer Wohnhausanlage noch Hausbesorger tätig, führen diese den Winterdienst durch. In Anlagen ohne Hausbesorger übernimmt die Wiener Wohnen Hausbetreuung GmbH (HAB), ein Tochterunternehmen von Wiener Wohnen, den Winterdienst. Sie zeichnet sich verantwortlich für rund 2,5 Mio. m² Fläche, also in etwa 366 Fußballfelder. "Für diese Leistung setzt die HAB neben eigenen Teams auch externe Winterdienstfirmen ein", berichtet die Sprecherin.

Milde Winter und weniger Schnee in den vergangenen Jahren hätten nicht dazu geführt, dass Wiener Wohnen die Ressourcen zurückgefahren habe. "Im Sinne der Sicherheit unserer Bewohnerinnen und Bewohner muss Wiener Wohnen natürlich Jahr für Jahr für winterliche Witterungen in den Wintermonaten gerüstet sein", heißt es. 

Mehr Unfälle

Zu spüren bekommen die Wetterlage aber auch die Wiener Krankenhäuser. Am AKH kam es heute zu einem "verstärkten Patientenaufkommen" auf der Unfallchirurgie, berichtet eine Sprecherin. 

Ein ähnliches Bild zeigt sich in den anderen Spitälern des Wiener Gesundheitsverbunds (Wigev). Auch dort kam es heute zu einem erhöhten Patientenaufkommen, mehr Rettungen und mehr Verletzten, die ins Krankenhaus kommen, berichtet eine Sprecherin. Besonders häufig müssen heute Verletzungen am Sprunggelenk, am Fußgelenk, am Handgelenk, der Schulter und der Hüfte versorgt werden.

Der Wigev rät dazu, unnötige Wege zu vermeiden. Fahhrad, Scooter und Auto sollte man bei diesem Wetter stehen lassen, stattdessen eher die Öffis nutzen. Personen, die schlecht zu Fuß sind, sollten zu Gehhilfen greifen.

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