Chronik | Wien
09.05.2017

Straßenkunst-Verein will Verbesserung

"U-Bahn-Stars". "Buskers" arbeitet mit Wiener Linien zusammen und empfiehlt Nachjustierung.

An der Aktion "U-Bahn-Stars" von Wiener Linien und Öffi-Stadträtin Ulli Sima (SPÖ) gibt es – wie berichtet – starke Kritik. Ernst Molden etwa empfindet es als "Demütigung" für die Musiker, wenn diese in der U-Bahn gratis spielen, aber eine Leistung für die Wiener Linien erbringen, nämlich die U-Bahn-Stationen sicherer zu machen. Molden kritisierte auch das Auswahlverfahren, bei dem zunächst in einer Jury, dann in einem Online-Voting darüber entschieden wird, wer in den U-Bahn-Stationen spielen darf. Wer in der Jury sitzt, wollen die Wiener Linien auf KURIER-Anfrage nicht beantworten. Dies werde demnächst präsentiert.

Aber auch "Buskers", der Verein zu Förderung der Straßenkunst in Wien, mit dem die Wiener Linien die Aktion organisieren, räumt nun ein, dass Nachjustierungen notwendig seien; etwa bei der Bearbeitungsgebühr in der Höhe von zehn Euro. Die müssen die Musiker an die Wiener Linien zahlen. "Das könnte man im Casting zurückerstattet bekommen", findet Richard Maria Natiesta von "Buskers". Er schlägt – wie von Musikern und in einer Online-Petition angesprochen – den Wiener Linien auch vor, die Musikinstrumente der Straßenkünstler zu versichern. Außerdem müsse man klären, wie die Auftrittsorte zu vergeben seien. Denn das sei bisher verabsäumt worden. "Wer, wann, wo steht, werden wir noch klären", sagt Dominik Gries, Sprecher der Wiener Linien. Noch befinde sich das Projekt ja im " Pilotbetrieb".

Keine Rückerstattung

Eine Versicherung für die Instrumente der Musiker abzuschließen, sei nicht geplant. Ebenso wenig, wie die Bearbeitungsgebühr rückzuerstatten. "Da geht’s uns um die Verbindlichkeit", sagt Gries. Man wolle verhindern, dass Musiker abspringen. Außerdem werde schon die AKM-Gebühr (Kosten für die Aufführungslizenz, Anm.) für die Musiker gezahlt.

Im Büro von Stadträtin Ulli Sima ist man "sehr verwundert" über die Kritik. "Das funktioniert in so vielen Städten, warum soll es in Wien ein Problem sein?", fragt Simas Sprecherin. Am Graben werde ja auch niemand für sein Musizieren bezahlt. Außerdem werde niemand zum Auftritt gezwungen.