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Chronik Wien
10/08/2012

Strafen-Falle für Parkpickerlbesitzer

Bisher wurden Dauerparker in Geschäfts­straßen toleriert, jetzt greift die Polizei durch: Pickerlbesitzer ohne Parkuhr müssen zahlen.

von Elias Natmessnig

Auf der Lerchenfelder Straße ist an diesem Montagmorgen kaum ein Parkplatz frei. Viele Autobesitzer aus dem achten Bezirk haben ihr Auto auf der belebten Geschäftsstraße abgestellt. Sie alle werden an diesem Vormittag einen Strafzettel erhalten – trotz gültigen Parkpickerls.

Schon lange dürfen Autos untertags in Geschäftsstraßen nicht länger als 90 Minuten parken – auch Parkpickerlbesitzer. "Bisher wurde das Dauerparken aber toleriert", sagt Martin Hoffer, vom ÖAMTC: "Doch nun hat die Stadt offensichtlich auch diese Geldquelle entdeckt."

Dutzende Beschwerden seien bereits beim Autofahrerclub eingegangen. Vor allem in den alten Pickerlbezirken werden die Autofahrer von den verschärften Kontrollen überrascht.

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Effizienz

"Es wird nicht schärfer kontrolliert, aber effizienter", sagt Wolfgang Schererbauer, Chef der Wiener Parkraumüberwachung. Dass früher Dauerparker in Geschäftsstraßen nicht gestraft wurden, lag an einer kuriosen Kompetenzenaufteilung. Die einstigen Blaukappler kontrollierten zwar, ob es ein Parkpickerl gab, für die Parkdauer in Geschäftsstraßen waren wiederum die Weißkappler zuständig.

Durch die Zusammenlegung der Truppen sind nun 360 Kontrolleure für alle Parkvergehen zuständig, bei den Schulungen wurde zudem auf die Überwachung der Geschäftsstraßen großen Wert gelegt.

Pickerlbesitzer müssen daher mit einer Parkuhr ihre Ankunftszeit nachweisen. Auf der Lerchenfelder Straße liegt an diesem Vormittag nur in einem Auto eine Parkuhr hinter der Windschutzscheibe. "Das gehört einem Freund von mir", erzählt Erhard Plank, der in einem Café neben dem Auto sitzt. Letzte Woche habe der Freund eine Strafe bekommen. "Jetzt hat er eine Parkuhr."

Strafenflut

Strafe zahlen derzeit viele Autofahrer. Knapp 4000 Strafen stellen die Weißkappler jeden Tag nur in den Kurzparkzonen aus. Viele davon in den neuen Pickerlbezirken. Denn auch dort hat sich die Regelung in Geschäftsstraßen kaum herumgesprochen.

Elisabeth Schreiber ist eine der wenigen, die auf der Thaliastraße in Ottakring eine Parkuhr hinter die Windschutzscheibe ihres Autos gelegt hat. "Ein netter Beamter am Bezirksamt hat mich darauf hingewiesen, dass ich sie brauche", sagt sie. Andere hatten weniger Glück: Sie dürfen jetzt 36 Euro zahlen.

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