Chronik | Wien 22.12.2011

Stadthallenbad: Licht am Ende des Tunnels

Wiens größtes Hallenbad wird erst im Februar 2012 eröffnet. Schuld ist der Stahlbeton im Untergrund.

Randsprünge verboten. Das Schild am Beckenrand ist ernst zu nehmen. Denn das Wasser steht nur wenige Zentimeter hoch in dem großen Stahlbecken. An Schwimmen ist im Stadthallenbad nicht zu denken.

Wie der KURIER vorab berichtete, verzögert sich die Wiedereröffnung des Wiener Stadthallenbades in den Februar 2012. Zum Start der Sanierungsarbeiten sprach Sportstadtrat Christian Oxonitsch noch davon, dass man im September 2011 wieder aufsperren wollte. Später änderte man die Zielvorgabe auf Herbst 2011, dann viertes Quartal 2011.

Am Donnerstag wurde der Öffentlichkeit der aktuelle Stand der Umbauten präsentiert. „Es war alles andere als eine leichte Aufgabe, das mehr als 25 Jahre alte Bad wieder in ein Schwimmzentrum zu verwandeln“, erklärt Oxonitsch bei einem ersten Rundgang im runderneuerten Bad. Man sei aber in der Zielgeraden.

Probleme

Warum es zu einer mehrmonatiger Verzögerung gekommen ist, wird unterschiedlich argumentiert. Es sei eine Summe von vielen kleinen Problemen, hieß es im Vorfeld. Der Sportstadtrat erklärt die Verzögerung auch damit, dass etwa die speziellen Noppenfliesen für den Boden nicht sofort lieferbar gewesen seien.

„Eigentlich gab es einen wesentlichen Grund“, sagt hingegen Architekt Georg Driendl, den Stahlbeton unter dem Becken. „Das Becken war undicht, so ist aggressives, chlorhaltiges Wasser an die Betondecken gelangt.“ Daher mussten 8000 Quadratmeter Stahlbeton komplett saniert werden. Während der Sanierung konnte auch nicht weitergearbeitet werden. „Aber jetzt ist alles perfekt.“ Bis auf einige fehlende Abdeckblenden und den niedrigen Wasserstand zeigt sich das Bad in der Tat in einem sehr freundlichen Zustand.

Die Veränderungen werden aber nur Kennern des Stadthallenbads auffallen, wie etwa der neue 3-Meter-Turm mit zwei Sprungbrettern für Synchronspringer. Auch die Garderoben, der Wellness-Bereich und die Gastronomie wurden saniert, alle Zugänge sind nun barrierefrei ausgeführt. Am auffälligsten ist der neue Eingang in der Hütteldorfer Straße, an dem derzeit noch Handwerker mit Spachtelarbeiten beschäftigt sind.

Die größte Veränderung geschah aber im Bauch des Bades. Die Wasseraufbereitung entspricht jetzt dem neuesten Stand der Technik. So konnte der Verbrauch an Energie deutlich gesenkt werden, der Wasseraustausch wurde stark verbessert. Jetzt fehlen nur noch die Schwimmer.

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( Kurier ) Erstellt am 22.12.2011