Gründlich durchgeschnüffelt: Stadthalle wird für ESC abgeriegelt

Spürhunde durchsuchen am Mittwoch das gesamte Gelände der Stadthalle.
EUROVISION SONG CONTEST (ESC) 2026: INNENMINISTERIUM LOKALAUGENSCHEIN SZENARIO "LOCKDOWN"

Rio läuft schnüffelnd um einen großen Blumentopf und bleibt dann wie angewurzelt mit gesenktem Kopf stehen. Der belgische Schäferhund hat Sprengstoff wahrgenommen. Handelte es sich hier noch um eine kleine Kostprobe seines Könnens im Rahmen eines Medientermins am Mittwoch, wurde es für den Sprengstoff-Spürhund und seine Hundeführerin in wenigen Stunden ernst. Gestern um 17 Uhr ging die Stadthalle nämlich in die nächste Phase der Sicherheitsvorkehrungen vor dem ESC über: die Phase der Abriegelung.

Ablenkung vermeiden

Bereits vorab waren alle zur Stadthalle gelieferten Materialien durch Röntgenstraßen geschickt und von Hunden durchsucht worden. Am späten Mittwochnachmittag wird schließlich das gesamte Gelände gesperrt, alle müssen es verlassen, die Aufbauarbeiten werden vorübergehend komplett eingestellt. Denn dann wird die gesamte Stadthalle von sieben Sprengstoff-Suchhunden, sprengstoffsachkundigen Organen der LPD und dem Entschärfungsdienst systematisch durchsucht.

„Es darf sich niemand in den Räumen aufhalten, um Stress und Ablenkung für unsere Hunde auf ein Minimum zu reduzieren“, erklärt Oberstleutnant Gabriel Berkes. Alle 15 bis 20 Minuten gibt es für die hoch konzentriert arbeitenden Tiere eine Verschnaufpause. Sie können auf einen großen Erfahrungsschatz zurückgreifen, waren sie doch auch schon bei den Olympischen Spielen in Paris im Einsatz. „Unseren Hunden entgeht wirklich nichts“, sagt Berkes.

Flughafensicherheit

In den Gängen stehen große Sesselstapel, in Plastikfolie eingewickelte Sofas warten auf ihren Einsatz. Durch die Räume wabert der Sound der parallel stattfindenden Proben, vor der Stadthalle werden gerade Lkw ausgeladen. Noch herrscht hier reges Treiben – bis der „Schnüffel-Lockdown“ hier alles bis in die Nachtstunden stilllegt.

Danach tritt auf dem abschließend überprüften Veranstaltungsgelände die sogenannte Flughafensicherheit in Kraft. Alle Mitarbeiter am Gelände müssen akkreditiert sein und eine Sicherheitsprüfung durchlaufen haben. Der Zutritt ist dann nur noch über Schleusen mit Röntgengeräten und Metalldetektoren möglich.

Auch der Märzpark vor der Stadthalle ist bereits mit Bauzäunen im ESC-Branding eingezäunt. Hier befindet sich dann ab dem 11. Mai die Sicherheitsschleuse für das Publikum. Jeweils drei Stunden vor Veranstaltungsbeginn ist diese geöffnet. Besucher sollten also etwas Zeit mitbringen, so der Appell am Mittwoch.

Eine Frau legt ihre Tasche in eine Sicherheitswanne, während eine andere Person in roter Jacke daneben steht.

Alle müssen durch die Sicherheitsschleuse.

„Die Sicherheit aller Beteiligten – der Künstlerinnen und Künstler, Delegationen, Fans, Medienvertreterinnen und Medienvertreter – hat für uns oberste Priorität. Alle Mitarbeitenden haben eine Sicherheitsüberprüfung durchlaufen, alles, was in der Stadthalle ist, wurde überprüft und das Publikum nach Flughafenstandards kontrolliert. Wir treffen alle uns möglichen Sicherheitsmaßnahmen, um den Eurovision Song Contest zu einem sicheren und freudvollen Fest zu machen“, sagt Oliver Lingens, Eventmanager des ESC.

Auch Rio hat dann seinen Teil dazu beigetragen.

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