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Kein Autowaschen und Poolfüllen: Stadt Wien ruft jetzt zum Wassersparen auf

Extremverbrauch und bevorstehende Unwetter sorgen für ungewöhnliche Maßnahme: Auch das Rathaus will bei sich selber sparen.
Auto service staff washing a car tyre with sponge

Die ungewöhnlich hohen Temperaturen der vergangenen Tage haben den Wasserbedarf in Wien kräftig ansteigen lassen. Da hitzebedingt mehr bewässert, geduscht und getrunken wird, liegt der Verbrauch in der Bundeshauptstadt bei bis zu 580.000 Kubikmetern (580 Millionen Liter) pro Tag. Das entspricht fast der doppelten Menge des Neusiedler Sees – und das täglich. Rund 45 Prozent mehr als im durchschnittlichen Tagesverbrauch rinnt im erst anlaufenden Rekordsommer aktuell die Kehlen und Duschabflüsse hinunter.

Die Werte übertreffen damit schon jetzt das Vorjahr: Im Juli 2025 lag der Wasserverbrauch bei höchstens 510 Millionen Litern pro Tag. „Das war über das Jahr gerechnet der maximale Verbrauch“, hieß es seitens Wiener Wasser (MA 31) am Dienstag.

Sparen ist angesagt

Daher wird für die Bundeshauptstadt ein eher ungewöhnlicher Aufruf gesetzt: Denn aufgrund möglicher Starkniederschläge in den Quellgebieten in Niederösterreich und der Steiermark könnte es in den nächsten Tagen zu Einschränkungen bei der Wasserversorgung kommen, wurde gewarnt. „Um die Versorgungssicherheit zu gewährleisten, setzt die Stadt Wien vorsorglich Maßnahmen zur Reduktion des Wasserverbrauchs. Obwohl die Wiener Wasserbehälter derzeit gut gefüllt sind, erfordert die außergewöhnliche Wetterlage ein vorausschauendes Handeln“, hieß es von der MA 31.

Zunächst „spart“ die Stadt Wien beim Wasser einmal bei sich selber: Dort, wo dies „ohne wesentliche Einschränkungen“ möglich ist, sollen alle Dienststellen den Wasserverbrauch drosseln. „Unter anderem wird die Straßenreinigung vorübergehend ohne Wasser durchgeführt.“ Auch die Bewässerung von Grünflächen werde eingeschränkt. Nicht betroffen seien indes Trinkbrunnen, Bäder, Wasserspielplätze und weitere Kühlungsangebote, wurde versichert.

Kein Pool-Nachfüllen

Doch explizit erfolgte auch ein Aufruf an die Bevölkerung, an Betriebe und Institutionen, aktiv beim Wasserverbrauch achtsamer zu sein und „durch einfache Maßnahmen Trinkwasser“ zu sparen: „Dazu zählen etwa, vorübergehend das Befüllen von Pools zu vermeiden, auf Fahrzeugwäsche zu verzichten und Haushaltsgeräte möglichst effizient zu nutzen.“

Dass bevorstehende Unwetter die städtische Wasserversorgung an ihre Grenzen bringen könnten, klingt paradox, ist es aber nicht: „Bei starken Regenfällen können Quellen getrübt sein und müssen zeitweise vom Versorgungssystem genommen werden, um die hohe Qualität des Trinkwassers sicherzustellen“, erklärt die MA 31. Und damit dann nicht plötzlich die riesigen Wasserspeicher leer sind – wie im zuletzt im Frühjahr bei machen Kommunen am Land – darf die Autowäsche auch einmal pausieren.

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