Sprayer Puber erneut festgenommen

Puber…
Foto: KURIER/Karl Oberascher 2013 und 2014 überzog Puber die Stadt mit seinem Tag.

Der Schweizer ist am Dienstag nach einer Spray-Aktion bei einem versuchten Fahrraddiebstahl ertappt worden.

Er hat es schon wieder getan - und ist erwischt worden. Dienstag, in den frühen Morgenstunden, hat die Wiener Polizei den Schweizer Sprayer Puber in Wien-Margareten festgenommen, berichtet Polizeisprecher Roman Hahslinger. Der Mann aus Zürich mit brasilianischen Wurzeln dürfte zuvor dabei gewesen sein, mit zwei weiteren Personen sein Tag auf eine Lärmschutzwand der ÖBB in Favoriten zu sprayen. Dabei fielen die Männer einer Polizeistreife auf.

Die Beamten waren wegen vermehrter Fahraddiebstähle in der Gegend unterwegs. Laut Polizei ergriffen die Männer die Flucht, ein 18-jähriger Österreicher konnte jedoch angehalten werden. Der 31-jährige Schweizer und ein 30-jähriger Deutscher wurden laut Hahslinger kurz darauf bei einem versuchten Fahrraddiebstahl erwischt. Bei seiner Festnahme soll sich Puber heftig gewehrt haben. Auch der 30-Jährige sowie der 18-Jährige wurden festgenommen.

Bei Puber wurden Spraydosen sichergestellt, bei dem Deutschen ein Bolzenschneider.

Spur durch Wien

In den Jahren 2013 und 2014 hielt Renato S. erst Hausbesitzer und dann die Polizei in Atem. Er überzog die Bundeshauptstadt mit seinem Tag "Puber". Empörung löste sein Schriftzug bei Neubaus Bezirksvorsteher der Grünen, Thomas Blimlinger, aus, als er Kinderzeichnungen bei einem Kindergarten besprayte. Schließlich wurde er im März 2014 verhaftet.

PROZESS GEGEN SCHWEIZER SPRAYER "PUBER" IN WIEN Foto: APA/HERBERT PFARRHOFER Der umstrittene Sprayer musste sich 2014 vor Gericht in 232 Fällen wegen Sachbeschädigung verantworten. Die Schadenshöhe belief sich auf über 50.000 Euro. Aufgrund zahlreicher Nachahmer konnten nicht alle Schäden dem Schweizer zugeordnet werden. Er selbst gab nur rund 30 Tags zu. Puber wurde zu einer bedingten Freiheitsstrafe von zehn Monaten verurteilt und kehrte - zumindest kurzfristig - nach Zürich zurück. Auch dort ist er kein Unbekannter. In der Schweiz wurde der Sprayer ebenfalls mehrmals verurteilt.

In den vergangenen Wochen wurden aber wieder neue Tags des Sprayers in Wien gesichtet.

Und selbst in Sri Lanka wurde heuer sein Schriftzug entdeckt:

Puber, Sri Lanka, Fischerboot Foto: KURIER/Daniela Wahl

Zuletzt war dem umstrittenen Sprayer die Ausstellung I Like to Write my Name on your Property in der HO Gallery in Wien gewidmet worden. Auch der Kurzfilm „Mein Kampf Vol. 1" porträtiert sein Schaffen.

Pubers Streifzug durch Wien:

Sie prangen unübersehbar auf Dutzenden Hausmauern in der Wiener Innenstadt: Graffitis mit dem Schriftzug "Puber". Diese "Tags" sind im Stadtbild natürlich keine Seltenheit. Aber Puber schien besonders viel Ehrgeiz zu besitzen, ein "All City King" zu werden, d.h. in der ganzen Stadt präsent zu sein. Wenig dezent ist dieser "Tag". Selbst vor der Arbeit des belgischen Street-Artists Roa machte Puber nicht Halt. Über dem Auftragswerk in der Schadekgasse prangen "Puber"-Tags. Überhaupt drängte der Sprayer seinen Schriftzug gern den Werken von Street Artists auf - wie bei diesem Schablonengraffiti von Mandarina Brausewetter. Auch diese Hausmauer wurde zum Ziel von "Puber". In der Wiener Innenstadt gibt es kaum eine Ecke bzw. Wand, an der sich "Puber" nicht verewigt hatte. Hier ein "Puber", da ein "Puber. Hinter "Puber" steckt ein Schweizer. Im März 2014 wurde der Sprayer schließlich verhaftet und musste sich vor Gericht in 232 Fällen wegen Sachbeschädigung verantworten. Der Schaden, den "Puber" angerichtet hat, ist enorm. Schön sind die "Puber"-Tags nicht. Künstlerisch wertvoll sind sie auch nicht. Aber darum ging es dem Sprayer nicht. Was er wollte: überall seinen Namen lesen. Hier wurde ein bespraytes Fenster bereits teilweise ersetzt. In der Zwischenzeit gab es sogar ein Stencil, das auf vielen "Puber"-Tags aufgesprayt ist. Auf dem Schablonen-Schriftzug ist zu lesen: "Reiß dich zamm". Weitere Fotos:                      

(kurier) Erstellt am
Posts anzeigen
Posts schließen
Melden Sie den Kommentar dem Seitenbetreiber. Sind Sie sicher, dass Sie diesen Kommentar als unangemessen melden möchten?