Chronik | Wien
05.11.2018

Simmering: Schlange stehen fürs Parkpickerl

Seit heute gilt im 11. Bezirk die Parkraumbewirtschaftung. Viele ließen sich mit ihrem Antrag bis zum letzten Tag Zeit.

Montagvormittag in Simmering bot sich den Wienern ein seltener Anblick: Tatsächlich waren rund um die U3-Station Enkplatz noch Parkplätze frei. Zwar nur vereinzelt, aber doch. Denn seit heute, Montag, gilt auch Simmering als 18. von 23 Bezirken das Parkpickerl. Von Montag bis Freitag braucht man ab sofort im Zentrum des 11. Bezirks und rund um die U3-Stationen ein Parkpickerl, wie die folgende Grafik zeigt: 

Beim KURIER-Lokalaugenschein am Vormittag standen die Wartenden bis in den Innenhof des Amtes. Dazu kamen Serverprobleme, die den kompletten Magistrat am Montag teilweise lahmlegten. Mit der Einführung des Parkpickerls habe das aber nichts zu tun gehabt, heißt es. Manche Simmeringer, wie zum Beispiel Alexandra Vojanovic, übten sich gar in Selbstkritik. Denn seit 3. September hätte man das Pickerl kaufen können.

Obwohl die Menschen stundenlang und teilweise im Freien warten mussten, zeigten sich beim KURIER-Lokalaugenschein die meisten froh darüber, dass das Parkpickerl „endlich“ eingeführt worden ist. Die Parkplatzsuche war für viele Simmeringer bisher eine mühsame Angelegenheit, etwa für Fehmi Özbilgic. Zwei Stunden sei er oft im Kreis gefahren, um einen Parkplatz zu ergattern. Alles sei zugestellt gewesen, von " Autos mit ausländischem Kennzeichen" und "Autos aus Niederösterreich" wie er sagt.

 

Seit Montagfrüh hat sich die Situation im Zentrum Simmerings deutlich entspannt, wie Maria Kovacevic, die in der Sedlitzkygasse wohnt, erzählt.

Bis zu 300 Personen werden aktuell pro Tag am Magistratischen Bezirksamt in Sachen Pickerl abgefertigt. Bis Montagnachmittag wurden exakt 6361 Anträge erledigt. 3408 von ihnen wurden online gestellt, 2953 am Amt. Kritik an der Parkraumbewirtschaftung gibt es vor allem wegen der Auswahl des Gebiets, in dem das Parkpickerl gilt: Franz Freitag hält von der aktuellen Parkpickerlzone in "seinem" Bezirk nur wenig:

Bezirksvorsteher Paul Stadler ( FPÖ) will jedenfalls nun ein Jahr lang beobachten, wie das Parkpickerl in der aktuellen Zone funktioniert. Gegebenenfalls soll es Nachbesserungen geben.

Für alle, die ihr Parkpickerl noch nicht beantragt haben, ist es übrigens noch nicht zu spät: Das Magistratische Bezirksamt am Enkplatz hat diese Woche erweiterte Öffnungszeiten: Noch bis  Freitag ist es von 8 bis 18 Uhr geöffnet.

Videos: Tobias Pehböck