© HBF/Peter Lechner

Chronik Wien
02/19/2019

Selfie-Wahn: Schüler "ganz wild" auf den Bundespräsidenten

Bundespräsident Alexander Van der Bellen besucht die Neue Mittelschule Brüßlgasse in Ottakring.

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"Ich hab ihm gewunken, ich hab ihm gewunken!", rufen Schülerinnen in der NMS Brüßlgasse (Ottakring). Bundespräsident Alexander Van der Bellen besucht die Schule, um den Unterricht mitzuerleben, das Lehrersystem "Teach for Austria" kennenzulernen und Fragen der Schülerinnen und Schüler zu beantworten. Die Burschen und Mädchen stehen in ihren Klassentüren, zappeln vor Aufregung und beobachten die Ankunft des Bundespräsidenten gebannt.

Ein ganzes Team an Jungreportern aus der Schule folgt ihm auf Schritt und Tritt. Mit iPads der Schule halten sie alles auf Fotos fest und konzentrieren sich darauf, ja kein Wort des Präsidenten zu versäumen. "Unsere jungen Schulreporter schreiben immer wieder Reportagen darüber, was hier so los ist", erzählt die Direktorin Anneliese Hell.

Zuerst geht es in die 2D, hier werden gerade Winkel in Mathematik geübt. Die Kinder sind alle ganz aufgeregt, aber bemühen sich leise und konzentriert zu sein. Während alle anderen Gäste auf der Seite stehen bleiben, geht Van der Bellen zur ersten Sitzreihe: "Ist der Platz bei dir noch frei?", fragt er einen Schüler und setzt sich zu ihm. Nachdem die Mathematik-Übungen, zur großen Erleichterung aller, geschafft sind, können die Schülerinnen und Schüler Fragen stellen.

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"Herr Bundespräsident, ist Politik ein schwerer Beruf?"

"Was halten Sie von der Umweltpolitik?", "Kommen Sie aus Österreich?" oder "Ist Politik ein schwerer Beruf?" - es gibt viel zu besprechen. Van der Bellen entgegnet: "Ach nein. Manchmal ist man am Abend müde, aber ich lerne jeden Tag so viele interessante Leute kennen. Wenn ich mir am Beginn der Woche meinen Wochenplan ansehe, denke ich mir manchmal: na das wird was. Aber am Ende der Woche bleiben mir dann eigentlich immer nur gute Erinnerungen."

An der NMS Brüßlgasse unterrichten vier Lehrpersonen von der Organisation "Teach for Austria". Ziel dieses Programms ist es, Quereinsteiger ohne Lehramtsstudium in den Lehrberuf zu bringen. Soziale Kompetenzen, wie Geduld oder Durchhaltevermögen seien ausschlaggebend für die Eignung zur Lehrperson, so der Geschäftsführer von Teach for Austria Gebhard Ottacher. Die Erfahrungen damit an der Schule sind sehr gut. Auch Van der Bellen zeigt sich beeindruckt. "Ich finde das wirklich toll, nutzt diese Chance und lernt von Leuten, die auch schon außerhalb des Lehrberufs Erfahrungen gesammelt haben", rät er den Jugendlichen.

Junge Fans

Zum Abschluss gibt es noch ein großes Gruppenfoto. Gar nicht so einfach so viele aufgeregte, junge Menschen auf ein Foto zu bringen, aber die Herausforderung glückt. Als der Fotograf die Kamera einpackt, ist es als wäre ein Startschuss gefallen. Gerade noch war es ruhig, alle sind brav stillgestanden, doch dann beginnt der wahre Fotowahnsinn. Die Jugendlichen drängen zu Van der Bellen und alle wollen sie das eine - ein Selfie mit dem Bundespräsidenten.

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Van der Bellen bleibt gelassen und freut sich über die große Euphorie. Während des Spektakels erzählt der Leiter des Bundespräsidentenbüros: "Das erleben wir immer wieder, die jungen Leute sind ganz wild auf ihn."

von Theresa Bittermann

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