Chronik | Wien
05.12.2011

Schwechat-Piste: Köpfe und Reifen rauchen

Von "überhitzten Reifen" durch "lange Rollwege" spricht ein Gutachten. Wasser auf die Mühlen der Gegner der 3. Piste.

Am 29. August beginnt als finaler Höhepunkt der seit vier Jahren andauernden Umweltverträglichkeitsprüfung zur "dritten Piste" die öffentliche Verhandlung. Vor dem zehntägigen "Showdown" im 2500 Besucher fassenden Veranstaltungszentrum Multiversum in Schwechat munitionieren die Gegner der Erweiterung des Flughafens Schwechat auf. In einem vom Land Niederösterreich in Auftrag gegebenen Teilgutachten ist man nun auf interessante Aspekte gestoßen.

"Die Rollstrecken von den Standplätzen zur Schwelle der Piste 11R sind länger als die empfohlenen Maximallängen. Die langen Rollstrecken können bei abfliegenden Flugzeugen zu Überhitzung der Reifen führen", ist in dem Gutachten zu lesen. "Dies stellt eine operationelle Gefährdung dar und führt zu zusätzlichen Wartezeiten, um die Reifen wieder auf die für den Start erlaubte maximale Temperatur abkühlen zu lassen."

Für Johann Hinteregger von der Bürgerinitiative "Lärmschutz Laaerberg" ist das ein weiterer Aspekt, dass "mit dieser Variante der 3. Piste eine enorm ungünstige Lösung projektiert wurde. Das ist im Gutachten sehr klar ausgedrückt und wenn das keine Fehlplanung ist, dann weiß ich nicht mehr." Die Gutachter schließen weiters, dass sich die neue Piste "bei den Piloten keiner großen Beliebtheit erfreuen wird", weil lange Rolldistanzen von bis zu sieben Kilometern notwendig sind.

Öffentliche Diskussion

Der Leiter der Abteilung Umweltrecht vom Amt der NÖ Landesregierung Gottfried Krasa bestätigt, dass "das ein Thema ist, das bei der Verhandlung diskutiert werden sollte." Dramatisieren würde Krasa das Detail des Gutachtens, das für jedermann einsehbar ist, aber nicht: "Das bezieht sich auf den ersten Ausbauschritt. Mit dem zweiten Schritt werden die Rollwege enorm abgekürzt." Man muss abwarten, was bei der öffentlichen Verhandlung herauskommt.

Flughafensprecher Peter Kleemann betont, dass "der Flughafen Wien in seiner Einreichung alle geltenden Vorschriften und Richtlinien eingehalten hat". Um offene Fragen zu klären, sei eben die Verhandlung da. "Dort kann man sich in die Rednerliste eintragen, seine Meinung kundtun und mit Sachverständigen diskutieren." Zu allen Details werde umfassend Stellung genommen.

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