Chronik | Wien
21.06.2017

Schockraum-Sperre im Böhler-Spital wird vorübergehend aufgehoben

Umstrittene Maßnahme wird während des Donauinselfests zurückgenommen.

Die umstrittene Sperre des Schockraums des Lorenz-Böhler-Spitals ist zumindest für den Zeitraum des Donauinselfests vom Tisch. Das geht aus einer internen Anordnung hervor, die dem KURIER vorliegt. Demnach hat die zuständige Stadträtin Sandra Frauenberger beim Träger AUVA interveniert: "Im Auftrag der amtsführenden Stadträtin für Soziales, Gesundheit und Frauen, ist ein Ersuchen eingelangt, die Schockraumkapazitäten in der Zeit des Donauinselfestes am 24. und 25.6.2017 für einen diesbezüglichen Notfall zur Verfügung zu halten", heißt es in dem Mail, das vom Wiener AUVA-Direktor an die Kollegiale Führung gerichtet wurde. Weiters wird darin ersucht, der Dienstmannschaft mitzuteilen, "dass in der angeführten Zeit entsprechende Notfälle explizit aufgenommen werden können, dieses jedoch zu dokumentieren ist."

Wie im Mai berichtet, sorgte die Sperre zuletzt für massiven Unmut unter den Ärzten. Wegen der angespannten Finanzlage des Trägers AUVA – allein im Vorjahr fuhr sie 44 Millionen Euro Verlust ein – sah man sich zu dieser Maßnahme gezwungen. Schon seit Anfang April ist der Schockraum, in dem schwerst verletzte Unfallopfer stabilisiert werden, an den Wochenenden gesperrt, ab 1. Juni wird diese Sperre bis Dienstagfrüh ausgeweitet. Während dieses Zeitraumes hat das UKH Meidling, das ebenfalls zur AUVA gehört, die Versorgung der Schwerverletzten zu übernehmen.

Von einer „scheibchenweise Kaltstellung unseres Spitals“, sprachen damals Ärztevertreter, massive Kritik kam auch von der Ärztekammer. Durch die Schwerpunktsetzung werde die Versorgung verbessert, beide Standorte würden erhalten bleiben, konterte die AUVA.