Chronik | Wien 15.03.2014

Schimmel ohne Ende: Lösung für junge Familie

Sabine Dostal mit den Söhnen Patrick und Lukas leiden unter der Situation. © Bild: Michaela Reibenwein

Seit Jahren kämpft Sabine Dostal gegen den Pilz in der Wohnung. Jetzt ist ein Ende in Sicht.

Den Schimmelreiniger kauft Sabine Dostal mittlerweile in Kanistern. Speziell im Winter kommt er laufend zum Einsatz. "Dann ist zumindest eine Woche Ruhe", sagt die Mutter von zwei Kindern. Ohne chemischer Keule und ständigem Ausmalen geht nichts mehr. Dann sprießen die Schimmelpilze an den Wänden.

Vor rund vier Jahren zog Dostal mit ihrer kleinen Familie in die Wohnung in der Ohmgasse in Floridsdorf. "Da war alles neu ausgemalt, alles in Ordnung", erinnert sich die junge Frau. Im ersten Winter kamen die ersten Probleme. Im Kinderzimmer. Erst im Zuge der KURIER-Recherchen kam endlich Bewegung in die Sache. Wenige Tage später war ein Sachverständiger vor Ort.

Anblick des Grauens
© Bild: Privat

Im Eck des Bettes bildeten sich die ersten Flecken. "Als wir den Kasten vorgeschoben haben, war dahinter alles voll mit Schimmel. Sogar die Schuhe waren damit übersät", schildert Dostal.

Ein Fachmann von Wiener Wohnen begutachtete damals den Schaden und stellte fest: Hier wird falsch gelüftet. Ein von Schimmel befallenes Bett und einen Kasten hat Dostal entsorgt. "Kein Einzelfall", sagt Bezirksrat Ossi Turtenwald. "Allein in der Anlage sind sechs bis sieben weitere Wohnungen betroffen."

Risiko

Damals besorgte sich Dostal auch zwei Feuchtigkeitsmessgeräte. Ab einem bestimmten Grad der Luftfeuchtigkeit wird seither gelüftet. Mehrmals täglich. Doch der Schimmel ist geblieben. Und auch eine gewisse Angst um die Söhne Patrick und Lukas. Denn Patrick leidet an Bronchitis und Neurodermitis. Ein ärztliches Attest bescheinigte: "Ein dauerhafter Aufenthalt in einer von Schimmelpilz befallenen Wohnung ist als krankheitsbegünstigend zu werten und stellt somit ein gesundheitliches Risiko dar, das es zu vermeiden gilt."

Eine weitere Meldung Dostals bei Wiener Wohnen blieb ergebnislos. Und da gesteht Wiener Wohnen auch Versäumnisse ein: "Da muss ein Fehler unterlaufen sein", sagt eine Sprecherin. Aktuelles Ergebnis: Es kommt zu einer Kulanzlösung. "Es konnte kein Wassereintritt festgestellt werden. Aber bei den Außenwohnungen muss besonders aufs Lüften geachtet werden, weil die Temperaturunterschiede deutlicher sind." Ein Maler wurde beauftragt, die Fenster werden im Sommer getauscht.

Erstellt am 15.03.2014