"Scan Cars" in Wien: Mit Hightech unterwegs gegen Parksünder

Ein weißes Auto mit Scan-Technik auf dem Dach steht vor einer pinken Wand mit Stadt Wien Logo und Illustrationen.
Kameras auf dem Autodach sorgen künftig für effizientere Überprüfung des Wiener Parkraums.

Auf den ersten Blick sieht es aus wie ein ganz normaler weißer Škoda. Erst auf den zweiten Blick offenbart sich die Besonderheit des Fahrzeugs. Auf dem Dach ist eine flache weiße Box montiert, in der vier Kameras integriert sind. Diese erfassen im Vorbeifahren die Kennzeichen der geparkten Autos und überprüfen ihre Parkberechtigung in Echtzeit.

Arbeitserleichterung

Am Montagvormittag wurde im Rahmen eines Medientermins eines der insgesamt vier „Scan Cars“ vorgestellt, die künftig in Wien ihre Runden drehen werden.

Die Aufrüstung der Wiener Parkraumüberwachung war notwendig geworden, nachdem im Jahr 2022 das flächendeckende Parkpickerl eingeführt wurde und sich somit die zu kontrollierende Fläche nahezu verdoppelt hatte. Bis zu 15 Kilometer legen die Wiener Parksheriffs täglich zurück, erklärt Michelle Krumpschmid, die Leiterin der zuständigen Magistratsabteilung 67.

In den zwölf Außenbezirken – also 10, 11, 13 bis 19 und 21 bis 23 – sollen die Scan Cars eine deutliche Arbeitserleichterung für die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen der MA 67 bringen. „So ein Arbeitstag ist ja für die Parkraumüberwachung auch ein Wandertag. Das Ziel ist aber, Wien in möglichst kurzer Zeit einmal durchzukontrollieren – und das wird schwierig, wenn es in die Flächenbezirke geht“, sagt Mobilitätsstadträtin Ulli Sima (SPÖ) bei einer Testfahrt mit dem neuen Fahrzeug.

Ablauf

In den Scan Cars sollen jeweils zwei Personen im Einsatz sein: eine, die fährt, und eine, die auf einem Bildschirm die im System verarbeiteten Informationen überwacht. Die geparkten Autos sind auf dem Bildschirm als rote Kästchen dargestellt. Scheint in der Datenbank für ein Auto ein digitaler Parkschein auf, springen die Kästchen von rot auf grün um. 

Bleibt das Auto rot, hält das Scan Car an – nicht in zweiter Spur, wie auf Nachfrage betont wurde –, und das Parkraumorgan überprüft, wie bisher „manuell“. Erst dann wird bei fehlender Parkgenehmigung ein Strafzettel ausgestellt. „Es gibt eine eigene Datenbank für öffentliche Parkplätze – nur diese werden kontrolliert“, sagt Krumpschmid.

Echtbetrieb ab Dezember

Die Daten werden dabei nicht gespeichert, versichert Martin Schanda, Geschäftsführer des österreichischen Unternehmens CPB, das mit der technischen Umsetzung beauftragt wurde. Dafür fallen rund 1,15 Millionen Euro Kosten an, zuzüglich zu den Anschaffungskosten der vorerst vier Elektroautos.

Was in anderen Städten wie Amsterdam, Prag, Zagreb oder Paris bereits seit Längerem etabliert ist, kommt nun also auch nach Wien. Ab sofort sind vier Scan Cars auf Testfahrten in den Bezirken unterwegs, ab Herbst geht das Projekt in den Pilotbetrieb, und im Dezember startet der Echtbetrieb. Bis dahin müssen die rund 650 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Wiener Parkraumüberwachung auf das neue System eingeschult werden, erklärt Krumpschmid.

Dass die Überwachungsdichte künftig also steigt, ohne dass dafür zusätzliches Personal notwendig ist, bedeute jedoch keinen Personalabbau, wird beim Pressetermin versichert. Vielmehr könnten künftig freigewordene personelle Ressourcen verstärkt in den Wiener Innenbezirken eingesetzt werden.

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