Van-Swieten-Kaserne: Einblick in das „Heeresspital“

In Stammersdorf ist das Sanitätszentrum Ost beheimatet, die Medizin-Kompetenzstelle des Bundesheeres.
Zwei Personen in Militäruniform und zwei in weißer Kleidung stehen vor einem Rettungswagen mit der Aufschrift „Bundesheer“.

Die Weinpresse am Eingang weist nur darauf hin, dass wir uns in Stammersdorf befinden. Dort liegt die Van-Swieten-Kaserne, das Sanitätszentrum Ost. Besser bekannt als Heeresspital, aber das ist der alte Name, den mancher Soldat gerne wieder zurückhätte. Aber das ist eine andere Geschichte.

Inhaltlich geht das Areal, das seit Kurzem von Horst Dauerböck geleitet wird, jedenfalls als Sanitätszentrum durch. Das medizinische Spektrum ist enorm, deckt es doch fast alle Bereiche eines „normalen“ Krankenhauses ab. Große Operationen einmal ausgenommen. Wolfgang Kroboth ist stellvertretender Leiter des Spitalsbereichs sowie Leiter des Instituts für Medical Support und des Impfzentrums für Soldaten, die ins Ausland gehen. Auch Bundespräsident und Bundeskanzler wurden zuletzt von seinen Ärzten geimpft.

Was beim Rundgang durch den Spitalsbereich auffällt: Die Ärztinnen und Ärzte nehmen sich viel Zeit für die Patienten. Wobei die meisten gar keine Patienten sind. Viele von ihnen absolvieren eine Rundum-Untersuchung. Denn es handelt sich um Angehörige des Bundesheeres, die einen Auslandseinsatz absolvieren müssen.

Breites Spektrum

Und da wird wirklich alles „auf Herz und Nieren“ geprüft. Die psychische Verfassung übrigens auch. Dazu müssen die Anwärter nach dem Medizin-Check für eine Nacht in einem Bunker auf dem Areal – mit der ganzen Gruppe. Schlafen darf man nicht, davor und danach muss ein psychologischer Test absolviert werden.

Eines der Herzstücke ist die Zahnambulanz. Gerade von den Zähnen gehen viele Probleme aus – auch bei Auslandseinsätzen. Derzeit ist ein internationales Datenprojekt im Laufen, das Erkenntnisse aus der Zahngesundheit bei Armeen liefern soll. Das Ziel ist, Krankheitsbilder frühzeitig zu erkennen.

Die engmaschigen Kontrollen, die das Bundesheer von seinen Angehörigen verlangt – oder diesen auch anbietet, tragen dazu bei. Wie auch die hypermoderne Dermatologie, die seit März in Betrieb ist – beim Lokalaugenschein werden einem Bundesheerangehörigen akut zwei gefährlich veränderte Hautstellen entfernt. Was Dauerböck zufrieden kommentiert: „Wir haben hoch qualifizierte Experten hier, die das gesamte Leistungsspektrum gut abdecken.“

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