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Chronik Wien
03/24/2021

Salzburger Polizei zerschlug internationalen Drogenring

15 Verdächtigen wird der Handel mit Pillen im Wert von 150 Millionen Euro vorgeworfen.

Die Salzburger Polizei hat mit Hilfe europäischer und amerikanischer Behörden einen internationalen Drogenring zerschlagen. 15 Verdächtigen wird der Handel mit zehn Millionen Captagon-Pillen im Wert von 150 Millionen Euro vorgeworfen, wie die Kronenzeitung am Mittwoch auf ihrer Homepage berichtete. Captagon wird als Aufputschmittel verwendet. Erste Festnahmen seien bereits erfolgt. Ein Polizei-Sprecher bestätigte gegenüber der APA den Zugriff.

Da aber die Ermittlungen noch laufen, werden noch keine Details über die Zerschlagung des Drogenrings bekanntgegeben, sagte der Sprecher der Salzburger Polizei, Hans Wolfgruber, gegenüber der APA. Nach Abschluss der Ermittlungen werde die Öffentlichkeit informiert.

Bandenboss auf der Flucht

Die Ermittler sollen der global agierenden Bande bereits seit Jahren auf der Spur sein. Erste Hinweise kamen von Kollegen ausländischer Behörden. Der mutmaßliche Bandenchef, ein 53-jähriger Österreicher mit arabischen Wurzeln, befindet sich offenbar noch auf der Flucht.

Den anderen im In- und Ausland lebenden Verdächtigen, darunter auch eine in Österreich wohnhafte Familie, wird der Schmuggel und Handel mit zehn Millionen Stück Captagon-Tabletten vorgeworfen. Das in Medien als „Dschihadisten-Droge“ bezeichnete Suchtgift soll vor allem im Syrien-Krieg vielfach zur Anwendung gekommen sein. Diese schnell abhängig machenden Pillen enthalten den Wirkstoff Fenetyllin und können von der Wirkung her mit Amphetamin verglichen werden.

Die Tabletten sollen per Schiff aus dem Libanon nach Belgien und von dort nach Österreich geschmuggelt worden sein. In Österreich sollen die Pillen säckeweise in Geräten versteckt worden sein, um sie nach Saudi-Arabien zu verschiffen. Laut Informationen der Krone wurden dazu Waschmaschinen, Wäschetrockner, Pizza-Öfen und sogar LED-Lampen genutzt, um die Tabletten per Flugzeug in den Nahen Osten zu transportieren. Dort wurden sie verkauft. Die Bande soll auch mit 300 Kilogramm Cannabis-Harz gedealt haben.

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