© Anna-Maria Bauer

Chronik Wien
04/20/2019

Ringstraßen-Galerien: Verkäufer klagen über fehlende Kunden

Der Reihe nach siedeln Geschäfte ab. Trotz zentraler Lage fehlt die Frequenz, sagen Verkäufer.

Zugeklebte Glasfronten, Abverkaufsschilder, Zettel mit Abschiedsworten.

Während es am Karlsplatz am Freitag ziemlich hektisch zugeht, sich Geschäftsleute durch fotografierende Touristengruppen zwängen und die ersten Passanten mit Einkaufssackerln aus der Kärntner Straße kommen, herrscht ein paar Meter weiter, in den Ringstraßen-Galerien, großteils Leere.

Vor allem im hinteren Teil des Einkaufszentrums – zwischen Max-Weiler-Platz und Schwarzenbergstraße, über dem Billa Corso – fehlen augenscheinlich nicht nur Kunden, sondern auch Geschäfte. Das Modegeschäft Marc O’Polo hat am 23. März zugesperrt.

Die Mode-Firma „Gloriette“ wird ihren Standort in den Ringstraßen-Galerien nächste Woche – nach 15 Jahren – ebenfalls aufgeben.

Und die Kosmetik, Parfum- und Accessoire-Marke „Crabtree & Evelyn“ gibt es auch nicht mehr. Der amerikanische Konzern gibt an, sich generell von seinem stationärem Handel zu trennen.

Konkurrenz im Netz

Die Konkurrenz durch das Internet – die wird beim KURIER-Lokalaugenschein von einigen Verkäufern in der Galerie als Grund für die derzeit schwierige Situation genannt. „Es ist einfach nicht mehr so wie früher“, sagt eine Verkäuferin. „Die Kundenfrequenz hat stark abgenommen, viele Geschäfte schließen schon nach kurzer Zeit wieder.“

Eine andere Shop-Betreiberin kritisiert, dass das Zentrum zu wenig beworben wird: „Andere Einkaufszentren in der Stadt funktionieren ja auch, die Lugner City oder das Donauzentrum. Und die Lage ist hier ja eigentlich ideal. Wir sind so zentral, rund um uns sind lauter tolle Hotels. Aber die Werbung fehlt.“

Mehr Initiativen gefordert

So sieht das auch Boris Zagorodnov vom Accessoires-Geschäft „Alexandre de Paris“. Seine Mutter ist mit dem Geschäft 2011 vom Modehaus Steffl hierhergezogen. Auch er wünscht sich mehr Marketing, mehr Initiativen. „Ich glaube, viele wissen nicht was wir sind. ‚Galerie‘ bedeutet ja in keiner Sprache ‚Einkaufszentrum‘.“

Doch nicht alle Betreiber klagen. Im Bekleidungsgeschäft Simon’s haben die Mitarbeiterinnen Freitagvormittag alle Hände voll zu tun. Zu wenig Kunden? Das ist bei ihnen nicht der Fall. Sie werden in den kommenden Wochen sogar ins vormalige Marc O’Polo-Geschäft übersiedeln.

Modernisierung

Zum einen, weil es größer ist. Zum anderen, weil Billa-Eigentümer Rewe eine Modernisierung plant und dort, wo sich Simon’s jetzt befindet, ein Restaurant entstehen soll.

Seitens der Betreiber der Ringstraßen-Galerien war bis Redaktionsschluss niemand erreichbar.

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