© APA/HERBERT NEUBAUER

Chronik Wien
11/17/2021

Riesenrad erstrahlte als Zeichen gegen Gebärmutterhalskrebs petrolfarben

Zeitgleich wurde am Mittwoch mit rot erleuchteten Kirchen und Gebäuden auf die Christenverfolgung aufmerksam gemacht.

Am Mittwoch hat der WHO-Tag zur Eliminierung von Gebärmutterhalskrebs stattgefunden. Die Österreichische Krebshilfe und die Arbeitsgemeinschaft gynäkologische Onkologie (AGO) haben auf die Wichtigkeit der HPV-Impfung im Kampf gegen Krebs hingewiesen und das Wiener Riesenrad in „Petrol“ erstrahlen lassen. Gesundheitsminister Wolfgang Mückstein (Grüne) war am Abend für einen Fototermin angekündigt, dieser wurde aus Termingründen abgesagt.

Eierstockkrebs, Gebärmutterkörperkrebs, Gebärmutterhalskrebs, Schamlippen- und Scheidenkrebs, Sarkome der Gebärmutter, Keimzelltumor und Keimstrangtumor des Eierstockes und Tumoren des Mutterkuchens werden als „Unterleibskrebs“ bezeichnet und gehören zu den häufigsten Krebserkrankungen bei Frauen. Vorsorge, etwa durch die HPV-Impfung und Früherkennung spielen bei den meisten gynäkologischen Krebsarten eine wichtige Rolle, ebenso das Bewusstsein für Risikofaktoren wie eine erbliche Vorbelastung, machte die Krebshilfe aufmerksam.

Die Einführung der HPV-Impfung stellte in der Vermeidung von Gebärmutterhalskrebs einen Meilenstein dar. Durch die HPV-Impfung kann das Risiko, an Gebärmutterhalskrebs zu erkranken, drastisch reduziert werden. Zuletzt hat eine Studie, die im Lancet Magazin veröffentlicht wurde, eine Schutzrate von 87 Prozent gegen die zwei gefährlichsten Varianten der HP-Viren (HPV 16 und HPV 18) nachgewiesen.

Die HPV-Impfung wird für Mädchen und Buben ab dem vollendeten neunten Lebensjahr empfohlen und im Rahmen des Kinder-Impfprogrammes für Mädchen und Buben im Alter vom vollendeten neunten bis zum vollendeten zwölften Lebensjahr kostenfrei angeboten. Um das Krebsrisiko zu minimieren, empfahl Mückstein, dass sich auch Männer impfen lassen: „Auch sie profitieren von diesem Schutz durch die Impfung.“

Rote Gebäude als Zeichen der Christenverfolgung

Zeitgleich mit dem Aktionstag gegen den Krebs erstrahlten am Mittwochabend in Österreich zahlreiche Gebäude blutrot. Darunter sind neben zahlreichen Kirchen auch das Parlamentsausweichquartier in der Wiener Hofburg, Innen- und Außenministerium sowie das Bundeskanzleramt. Die Aktion „Red Wednesday“ wird vom internationalen katholischen Hilfswerk „Kirche in Not“ organisiert und soll auf das Schicksal verfolgter Christen in aller Welt aufmerksam machen.

Weltweit werden deshalb in zahlreichen Ländern hunderte berühmte Kathedralen, Kirchen, Klöster, Monumente und öffentliche Gebäude blutrot angestrahlt, wie „Kirche in Not“ auf seiner Webseite mitteilte. Seit zwei Jahren gibt es die Aktion auch in Österreich. Im vergangenen Jahr beteiligten sich mehr als 60 Pfarren, Klöster und öffentlichen Einrichtungen daran. Heuer sollen es laut der Organisation knapp 100 Gebäude sein.

"Zeichen der Solidarität"

Auch das Bundeskanzleramt beteiligte sich heuer auf Initiative der für den Kultusbereich zuständigen Kanzleramtsministerin Susanne Raab an der Aktion, wie diese am Mittwoch in einer Aussendung mitteilte. Damit solle „ein Zeichen der Solidarität mit den weltweit verfolgten Christinnen und Christen“ gesetzt werden, so Raab, die aus diesem Anlass am Dienstag Vertreter von „Kirche in Not“ zu einem Austausch ins Bundeskanzleramt einlud. „Es ist erschreckend, dass in etwa 50 Staaten der Erde auch heute noch mehr als 200 Millionen Christinnen und Christen nur aufgrund ihres Glaubens unterdrückt, verfolgt oder sogar getötet werden“, erklärte die Ministerin.

Außenminister Michael Linhart (ÖVP) erklärte mit der Teilnahme seines Ressorts an der Aktion am Mittwoch „zeigen auch wir uns am heutigen Red Wednesday solidarisch mit den Millionen verfolgten Christinnen und Christen weltweit“. Niemand dürfe aufgrund seines Glaubens diskriminiert, verfolgt oder gar verletzt werden, so Linhart in einer Stellungnahme.
Der Dritte Nationalratspräsident Norbert Hofer (FPÖ) sprach in einer Aussendung vor einer besorgniserregenden Entwicklung und forderte vermehrte Aufmerksamkeit für das Thema. „Ein Christ zu sein, war noch nie so gefährlich wie heute.“ Das Christentum sei die am stärksten verfolgte Religion weltweit, so Hofer und forderte, religiös-extremistischen Ideen wie dem „Politischen Islam“ müsse entschieden entgegentreten werden.

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