Chronik | Wien
20.02.2018

"Resolute" neue SP-Managerin

Barbara Novak will parteiintern Brücken bauen, kann aber auch polarisieren.

Als "durchaus resolut" und "tough" wird Barbara Novak von Wegbegleitern beschrieben. Eigenschaften, die die 41-jährige SPÖ-Gemeinderätin und Döblinger Parteichefin in den nächsten Monaten und Jahren brauchen wird.

Mit ihrer Bestellung zur neuen Landesparteisekretärin der Wiener SPÖ trifft der neue Parteichef Michael Ludwig seine erste Personalentscheidung. Erst zwei Jahre im Amt, muss Sybille Straubinger diesen Posten räumen. Jetzt liegt es an Novak, die zerstrittene Partei zu einen und wieder "kampagnenfähig" zu machen, wie sie es selbst formuliert. Denn die nächste Wien-Wahl ist nur mehr etwas mehr als zwei Jahre entfernt.

Für Novak macht es sich bezahlt, dass sie zu den ersten Genossen zählte, die Ludwig im Rennen um die Häupl-Nachfolge offen unterstützten. Dadurch wurde sie auch Ziel von Angriffen aus dem gegnerischen Lager.

Mit den Grabenkämpfen soll jetzt aber Schluss sein. Als erste Maßnahme kündigt sie Besuche bei allen Bezirks- und Vorfeldorganisationen an. "Es geht darum, die dortige Expertise abzuholen. Sie wurde bis jetzt zu wenig einbezogen", deutet sie Kritik am vorangegangenen Parteimanagement an.

"Für mich ist es ein bisschen wie nach Hause zu kommen", verweist Novak auf ihre Anfänge in der Landespartei Ende der 90er-Jahre, wo sie für Marketing und Projektmanagement zuständig war. "Dort habe ich auch wahlkämpfen gelernt."

Aus dem Gemeindebau

Geboren als Tochter einer Hausbesorgerin im Karl-Marx-Hof machte sie schon früh Karriere in der Gewerkschaftsjugend. Seit 2001 sitzt sie für die SPÖ im Gemeinderat, 2016 wurde sie Bezirkschefin in Döbling.

Je nach parteiinternem Lager werden ihre Fähigkeiten, die zerstrittene Partei wieder zu einen, naturgemäß unterschiedlich bewertet. "Sie ist jemand, der auf die Menschen zugeht und sehr emphatisch ist. Jemand, der nie den Boden unter den Füßen verloren hat", schildert ein Weggefährte.

Andere wiederum weisen darauf hin, dass sie die Partei eher polarisieren wird als andere Kandidaten, die zur Wahl standen. So verursachte innerhalb der SPÖ-Frauenschaft Novaks Forderung nach einem Kopftuchverbot Unmut.

Im parteiinternen Richtungsstreit sorgte sie mit deftigen Worten an die Adresse der Ludwig-Kritiker für Aufsehen. Etwa, als sie den damaligen Bundesgeschäftsführer Georg Niedermühlbichler als "Brunnenvergifter" schalt.

In ihrem neuen Job beschwört sie Einigkeit: "In meinem Heimatbezirk Döbling gibt es Gemeindebauten mit hoher Arbeitslosigkeit genauso wie bürgerliche Gegenden. Für beide Gruppen muss die SPÖ da sein", sagt sie im Interview mit den KURIER-News auf schauTV.

Und schickt auch gleich Signale an den linken Parteiflügel aus. "Sehr gut", könne sie mit den Grünen. Besonders mit Vizebürgermeisterin Maria Vassilakou und Verkehrssprecher Rüdiger Maresch "verbindet mich inhaltlich sehr viel". Eine Koalition mit der FPÖ könne sie sich hingegen nicht vorstellen.