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Radweg: „Höchststand“ bei Unfällen in der Krottenbachstraße

Bezirks-FPÖ ortet eine Verneunfachung der Unfälle, die Stadt misst größeres Verkehrsaufkommen im Bereich.
Rampe, PVZ Oberdöbling

Seit Jahren sorgt der Radweg auf der Krottenbachstraße für Zwist in der Stadt. Zur Erinnerung: Verkehrsstadträtin Ulli Sima (SPÖ) setzte sich gegen den Willen von Bezirks-ÖVP und Bezirks-FPÖ durch, weil die Radroute zum Hauptradverkehrsnetz gehört – und somit fiel die Entscheidung letztlich im Rathaus. Der 1,7 Kilometer lange Zwei-Richtungs-Radweg wurde also errichtet, seit 2025 kann auf der gesamten Route geradelt werden.

Den Bezirksblauen war damals besonders das Wegfallen von Parkplätzen im Gebiet sowie die hohen Kosten ein Dorn im Auge. Heute polarisiert das Verkehrsprojekt aus einem anderen Grund: Laut FPÖ soll nach der Fertigstellung der Route 2025 einen Höchststand an Fahrradunfällen verzeichnet worden sein.

9 Unfälle im Jahr 2025

Die Auswertung basiert laut Partei auf Daten der Statistik Austria, wie sie dem KURIER mitteilte. Demnach soll es 2022, als zwischen Cottagegasse und Felix-Dahn-Straße noch kein Radweg bestand, zu keinem einzigen Fahrradunfall gekommen sein.

Zwei Jahre später, als bereits zwei der drei Etappen fertiggestellt waren, wurden sechs Fahrradunfälle registriert, vier davon in den fertigen Abschnitten. 2025 ereigneten sich auf dem nunmehr finalisierten Radweg neun Fahrradunfälle.

„Wer einen Radweg mit mehr Sicherheit begründet, muss sich an den Unfallzahlen messen lassen. Genau deshalb sind die nun vorliegenden Zahlen so brisant: Sie zeigen eine Entwicklung, die dem ursprünglichen Versprechen diametral entgegenläuft“, so Klemens Resch, Parteiobmann der FPÖ Döbling. Er fordert eine Evaluierung der Strecke. „Man darf auch einen Teilrückbau des Projekts nicht ausschließen.“

Mehr Verkehr im Bereich

Davon sieht die Stadt zunächst einmal ab: „Es gibt seitens der Verkehrssicherheitsbehörde (MA 46) klare Kriterien, ab wann man von einer Unfallhäufungsstelle sprechen kann und wann im Sinne der Verkehrssicherheit Maßnahmen gesetzt werden müssen“, heißt es auf Nachfrage im Büro Sima aus der Mobilitätsagentur. Konkret bedeutet das, fünf Vorfälle gleicher Art ereigneten sich in drei Jahren an derselben Örtlichkeit.

Das sei aber in der Causa Krottenbach bisher nicht der Fall. „Sollte es zu Unfallhäufungsstellen kommen, wird die MA46 Maßnahmen zur Verbesserung der Verkehrssicherheit veranlassen“, sagt Martin Blum, Geschäftsführer der Mobiliätsagentur. Die bauliche Trennung des Radwegs von der Fahrbahn und vom Gehsteig biete ein hohes Maß an Sicherheit.

Berücksichtigt werden müsse zudem auch das Verkehrsaufkommen: „Je besser die Infrastruktur für Radfahren ist, desto mehr Menschen sind unterwegs“, so Blum. In einer einwöchigen Messung im Mai 2025 seien im Schnitt 1.074 Fahrräder pro Tag, an Spitzentagen bis zu 1.300 Radler gezählt worden. Bis zu 130 Radfahrer waren damals pro Stunde unterwegs. Zum Vergleich: Im Juni 2022, also noch vor dem Radweg, seien rund 50 Personen am Rad pro Stunde gezählt worden.

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