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Chronik Wien
08/08/2019

Mögliche Polizeigewalt: Urheber veröffentlicht ganzes Video

Die neuen Aufnahmen sollen die Echtheit des Bildmaterials zeigen. Vor wenigen Tagen wurde daran gezweifelt.

von Birgit Seiser

Seit Anfang Juni brennt die Debatte rund um ein Video, das Polizeigewalt zeigen soll. Auf den Aufnahmen ist zu erkennen, wie ein Polizist bei einer Klima-Demo in Wien mehrmals auf einen Demonstranten einschlägt.
Laut dem Beamten habe er lediglich zwei oder drei Mal auf den Arm des Demonstranten  geschlagen, um eine Festnahme zu ermöglichen. Die Aktivisten sprechen hingegen von übermäßiger Gewalt und wiederholten Schlägen in die Nierengegend.

Echtheit angezweifelt

Vor wenigen Tagen stellten Experten und die Polizei in den Raum, dass das Video  von Urheber Marcus Hohenecker manipuliert worden sein könnte. Er selbst gibt zu, am Ende sogenannte Loops eingebaut zu haben, um die Szene noch einmal zu zeigen. Manipuliert habe er das Bildmaterial  nicht. Am Donnerstag veröffentlichte der Aktivist  das ganze Video ohne Loops auf seinem Twitter-Account.

Er habe sich anwaltlich beraten lassen und wolle daher die Rohversion des Videos zeigen. Diese wurde auch schon der Polizei für die Untersuchung gegen den Beamten zur Verfügung gestellt. Dessen Anwalt will mit „voller Härte“ gegen die Anschuldigungen vorgehen.

Eine amtsärztliche Untersuchung des Demonstranten stützt die Version des Polizisten: Demnach  konnten keine Verletzungen in der Nierengegend festgestellt werden, wie  Innenminister Wolfgang Peschorn in der Beantwortung einer parlamentarischen Anfrage  angibt. Zwar wurden Kratzer und Blutergüsse diagnostiziert, aber an anderen Körperstellen.