Brutale Attacke im Wasserpark: Alle Angeklagten freigesprochen
Die Urteile sind nicht rechtskräftig.
Im Prozess rund um einen brutalen Gruppenangriff im Wasserpark in Wien-Floridsdorf am 19. November 2025 auf vier junge Männer hat das Wiener Landesgericht am späten Mittwochvormittag alle zehn Angeklagten freigesprochen. Das bestätigte Sprecherin Christina Salzborn der APA. Die Staatsanwaltschaft verzichtete auf ein Rechtsmittel. Das Urteil ist damit rechtskräftig. Die zehn Männer im Alter zwischen 15 und 27 Jahren wurden bereits enthaftet.
Im Zeugenstand hatten die Betroffenen am Dienstag bereits ihre Angaben geändert. Auch am Mittwoch beim letzten Prozesstag gaben Zeugen an, sich an nichts mehr erinnern zu können.
Wild-West-Szenen bei Schlägerei
Rund 30 Syrer waren am 19. November 2025 mit Stöcken, Schlagringen, einer Schreckschusspistole, Pfefferspray und Messern auf ihre Opfer losgegangen. Sie wurden damals zum Teil schwer verletzt. Die Staatsanwaltschaft warf den Männern schwere Körperverletzung vor, wobei einigen lediglich Beitragshandlungen, anderen wiederum nur der Versuch angekreidet wurde. Im Fall des jüngsten Angeklagten stand auch versuchter Mord im Raum. Der Rest der Tatverdächtigen konnte bisher nicht ausgeforscht werden - darunter befindet sich auch der mutmaßliche Drahtzieher des Angriffs.
Die Anklagevertreterin ortete bei Prozessbeginn in ihrem Plädoyer eine „massive Gewaltattacke“. Hintergrund des Angriffs dürfte eine „Ehrverletzung“ sein. Laut Anklage habe sich einer der Angeklagten das nicht gefallen lassen wollen. In der Folge soll er seine Bekannten über eine Chatgruppe aufgerufen haben, nach Floridsdorf zu kommen - Grund: eine laut Anklage „gewaltige Abreibung“. Während die Brüder des mutmaßlichen Rädelsführers am Mittwoch von den Vorwürfen freigesprochen wurden, ist der Drahtzieher des Angriffs seither untergetaucht.
Opfer kam für friedliche Aussprache
Das Opfer, das an eine friedliche Aussprache geglaubt hatte, war damals zum Skaterplatz im Wasserpark bestellt worden. Er nahm seinen jüngeren Bruder und zwei Freunde mit. Daraufhin kam es zu der Gewalteskalation.
Alle zehn Angeklagten hatten sich zuvor nicht schuldig bekannt. Sie seien zur falschen Zeit am falschen Ort gewesen. Einige hatten behauptet, sie wären nur zufällig in der Nähe des Tatorts gewesen. Andere hatten versichert, aus Neugierde hingegangen zu sein, weil sie von einem „Problem“ erfahren hätten.
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