Brutale Attacke im Wasserpark: Opfer erinnern sich nicht
Es waren rund 30 junge Männer, die am Dienstag vor dem Saal 312 im Landesgericht für Strafsachen warteten – Freunde und Familienmitglieder der zehn Angeklagten. Nicht einmal die Hälfte von ihnen durfte dem Prozess dann auch beiwohnen, die Plätze waren stark beschränkt.
Die Staatsanwaltschaft wirft den zehn Angeklagten im Alter von 15 bis 27 Jahren vor, am 19. November des Vorjahres mit Stöcken, Schlagringen, einer Schreckschusspistole, Pfefferspray und Messern auf vier junge Männer losgegangen zu sein. Sie müssen sich nun wegen absichtlich schwerer Körperverletzung verantworten, dem jüngsten wird zudem versuchter Mord angekreidet.
20 Männer flüchtig
Laut Angaben der Opfer habe die Angreifer-Gruppe aus weit mehr Männern bestanden – es sollen zwischen 20 und 30 Syrer gewesen sein –, die übrigen konnten aber flüchten und bisher nicht ausgeforscht werden.
Am Dienstag standen die Opfer im Fokus, sie wurden unter größten Sicherheitsvorkehrungen angehört: Vor dem Verhandlungssaal standen sechs Polizistinnen und Polizisten. Die Einvernahmen der drei Betroffenen, die attackiert worden waren, gestalteten sich allerdings als wenig ergiebig. Zwei der Betroffenen konnten bei einer Gegenüberstellung im Gerichtssaal von den zehn Angeklagten keinen als Täter bzw. Tatverdächtigen identifizieren. „Ich kenne keinen Einzigen von denen“, sagte einer der Zeugen. Der 18-Jährige war festgehalten und seinen Angaben nach von vier maskierten Männern mit einem Schlagring verdroschen worden, ehe ihm in den linken Oberschenkel gestochen wurde.
Faustschlag ins Gesicht
Vom ersten Schlag ins Gesicht sei er so benommen gewesen, „dass ich nicht richtig bemerkt habe, was abgeht“. Er könne sich daher „an wenig erinnern“. Bei der Polizei machte der junge Mann in seiner Einvernahme aber noch andere Angaben – genauso wie das zweite Opfer, das sich auch nicht mehr erinnern konnte.
Diesem jungen Mann war bei dem Angriff im Wasserpark in den Rücken gestochen worden. Nachdem er ins Krankenhaus gebracht wurde, nannte er damals den Namen eines Verdächtigen. „Ich weiß nicht mehr, wer mich verletzt hat“, sagte der 18-Jährige hingegen am Dienstag aus. Er sei damals verängstigt gewesen und unter Schock gestanden. Die vorsitzende Richterin wollte von den Opfern wissen, ob sie oder ihre Familien im Vorfeld bedroht worden seien. Dies dementierten die Betroffenen. Der Prozess ist bis Ende Juli anberaumt.
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