Chronik | Wien
19.12.2017

Protest gegen Kürzungen beim Spitalspersonal

Keine Zulagen für Neueinsteiger.

Vor einer " Gehaltskürzungswelle bar jeglicher sachlicher Argumentation" warnt die Gewerkschaft vida in den Wiener Spitälern der Vinzenz-Gruppe.

Wien berichtet, soll im Krankenhaus Göttlicher Heiland für Neueinsteiger ab März 2018 die Nachtzulage für Portiere sowie für Pflegekräfte die Zulagen für Sonn- und Feiertagsdienste und die Jubiläumsgelder für langjährige Mitarbeiter gestrichen werden. Laut Gewerkschafter habe das für die Mitarbeiter jährliche Einkommensverluste von rund 1400 bis 2400 Euro zur Folge.

Wie sich jetzt herausstellt, sind auch die anderen vier Wiener Häuser der Vinzenz-Gruppe von derartigen Maßnahmen betroffen, also das Krankenhaus der Barmherzigen Schwestern, das Orthopädische Spital Speising, das St.-Josef-Krankenhaus und das Herz-Jesu-Spital.

"Ohne wirtschaftliche Notwendigkeiten haben die Geschäftsleitungen Vereinbarungen gekappt und damit eine Gehaltskürzungswelle auf dem Rücken der Belegschaft und der Patienten losgebrochen", sagt Helmut Gruber, vida-Landesvorsitzender in Wien. Er ortet zudem die Gefahr, dass letztlich auch bestehendes Personal von den Kürzungen betroffen sein könnte. "Bei den Maßnahmen handelt es sich offenbar um eine Retourkutsche für die im neuen Kollektivvertrag erhöhten Einstiegsgehälter." Schärfer formuliert es Betriebsrätin Helga Kien: "Es kann nicht das Ziel von gemeinnützigen Gesundheitseinrichtungen sein, ihren Profit zulasten des Personals zu optimieren." Sie schließt Protestmaßnahmen nicht aus.

Vereinheitlichung

Im Management der Spitäler kann man die Aufregung nicht verstehen: "Bisher gab es in den Häusern unterschiedliche Regelung. Ziel war es, einen einheitlichen Kollektivvertrag für alle Einrichtungen zu schaffen. Dieser ist auch für Neueinsteiger attraktiv", sagt etwa David Pötz, Geschäftsführer des Herz-Jesu-Spitals und des Orthopädischen Spitals Speising. "Niemandem wird etwas weggenommen, weil die Maßnahmen nur für neue Mitarbeiter gelten. Ich habe auch nicht vor, in die Regelungen für bestehende Mitarbeiter einzugreifen."