Hannover eröffnet die Freibadsaison

© APA/dpa/Moritz Frankenberg / Moritz Frankenberg

Chronik Wien
06/05/2021

Pro und Contra: Muss die Schwimmbadkantine hip sein?

Lange Zeit gab es nur Pommes und Wurstsemmel im Schwimmbad. Jetzt werden sie von Avocadobrot und Bowls verdrängt. Muss das sein?

von Agnes Preusser, Nina Oezelt

Pro: Die Alte Donau darf nach Ibiza schmecken

Der letzte Urlaub ist wohl etwas her. Und für viele wird es dieses Jahr weiterhin nicht viel exotischer als ein Ausflug ins Freibad. Warum soll es dann nicht Thailändisch in Kritzendorf geben oder an der Alten Donau nach Ibiza schmecken? 

Außerdem wird es eindeutig  Zeit, auch im Freibad Platz für Neues zu schaffen. Das heißt nicht, dass man auf die guten alten Pommes verzichten muss. Aber Pommes mit Trüffel oder Süßkartoffelpommes als Alternative? Warum denn auch nicht?

Auch in anderen Lebensbereichen wehrte man sich lange gegen Veränderung: Früher konnte man etwa  in Innenräumen – und sogar im Flugzeug und im Kino – rauchen.  Jetzt kann man sich das gar nicht mehr vorstellen.  

Der Trend geht eben auch im Bad in Richtung Avocadobrot und „Sexy Salad“. Vegane Nuggets und veganes Langos kommt bei so manchen Jungen besser an als Frittatensuppe.  Eine neue Generation ist hier. Sie will nicht fliegen, sondern Zug fahren.  Und sie verlangt keine deftigen Klassiker, sondern vegane und hippe Snacks.  


Nina Oezelt

Contra: Nichts ist besser als Pommes aus dem Papierstanitzel

Es gibt nur  eine Art, wie man richtig „ins Schwimmbad geht“. Mit anderen Leuten untertauchen, rutschen und ein bisschen rumspritzen. Und vor allem mit Schwimmbad-Pommes. 

Am besten im Papierstanitzel, bei dem die unteren Pommes vom Ketchup schon ganz durchgeweicht sind – und bei dem man beim Rausfuddeln mit der Mini-Plastikgabel mit Sicherheit eine Sauerei veranstaltet.

Das höchste der Gefühle an schöner Pommes-Präsentation ist der rechteckige Karton, der an den Seiten etwas gewellt ist. Im Schwimmbad muss man nicht cool sein.

Man darf mit roten Augen vom Chlor und mit einem halbnassen T-Shirt  in billigen Plastiksesseln sitzen und dabei  ungeniert Pommes, Wurstsemmeln und vielleicht noch ein Jolly essen. 
Das Schwimmbad ist der eine Ort, an dem die Zeit still steht.

Wo man wieder Kind ist und nichts peinlich ist. Essen, das hipper (und besser hergerichtet) ist als man selbst, zerstört nur die Illusion. Das einzig Gesunde, das erlaubt ist, sind von den Eltern vorgeschnittene Apfelspalten. Aber auch die nur, wenn sie geschält sind.  

Agnes Preusser
 

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