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"Reifröcke als Sicherheitsrisiko": Klimaaktivisten wurde Eintritt zu Ball verwehrt

Vier Klimaaktivisten wurden trotz gültiger Karten abgewiesen. Die Entscheidung war von der Rathauswache getroffen worden.
Debütantinnen und Debütanten beim Tanz.

Vier Klima-Aktivistinnen und -Aktivisten hätten am Freitagabend gern den vom Presseclub Concordia ausgerichteten Presseball in Wien besucht, wurden aber nicht eingelassen. Wie die "Lobau bleibt"-Bewegung und "Fridays for Future" am Samstag mitteilten, sei ihnen der Eintritt verwehrt worden, obwohl sie gültige Karten hatten und im vorgegebenen Dresscode - im festlichen Abendkleid bzw. schicken Abendanzug - erschienen waren.

"Wie kann sich diese Veranstaltung als Beitrag zu einer offenen, demokratischen Gesellschaft verstehen, wenn zwei Worte als Ausdruck der Solidarität mit 'Lobau bleibt', aufgedruckt auf Kleidern und Schärpen, nicht toleriert werden?", fragte sich Veronika Müller, eine der abgewiesenen Aktivistinnen.

"In welche Richtung gehen wir, wenn es verboten ist, auf ein aus der Zeit gefallenes fossiles Betonprojekt wie die Lobau Autobahn samt Lobautunnel am Presseball aufmerksam zu machen?", ergänzte Flora Peham, die ebenfalls zu der Gruppe zählte.

Presseclub Concordia. Entscheidung von Rathauswache getroffen

"Im Rathaus sind grundsätzlich politische Kundgebungen nicht erlaubt, weshalb der Zutritt zum Ball untersagt wurde. Die Entscheidung wurde seitens der Rathauswache getroffen", hieß es in einem von der APA erbetenen Statement seitens des Presseclub Concordia.

Wie Stefan Holly von der "Lobau bleibt"-Bewegung im Gespräch mit der APA darlegte, wurden die Aktivistinnen und Aktivisten zuerst nicht zum Ball zugelassen, weil die Reifröcke der Frauen als Sicherheitsrisiko angesehen wurden. Als diese ihre Bekleidung angepasst hatten und den Vorbehalten Genüge getan war, seien die Schärpen mit dem Aufdruck "Lobau bleibt" das Problem gewesen. "Man hat darauf hingewiesen, dass politische Meinungen nicht erwünscht sind", schilderte Holly.

Selbst als jegliche politische Botschaft entfernt wurde, gab es keinen Zutritt. Die angeblich letzte Begründung: Die Concordia-Ball-Leitung müsse sich dem Beschluss der Rathauswache beugen, die einen Verstoß der Hausordnung ortete. "Inwiefern vier junge Menschen mit Ballkarten, ohne politische Botschaften und mit adäquater Kleidung der Hausordnung nicht entsprechen, bleibt bis dato ungeklärt", wunderten sich die Aktivistinnen und Aktivisten von "Lobau bleibt" und "Fridays for Future".

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