Über drei Etagen soll sich das „Post am Rochus“-Einkaufszentrum erstrecken.

© /SchenkerSalviWeber

Landstraße
10/20/2016

Post AG will dem Rochusmarkt keine Konkurrenz machen

Neue Konzernzentrale samt Einkaufszentrum eröffnet im kommenden Jahr.

von Bernhard Ichner

Mit der neuen Unternehmenszentrale der Post zieht 2017 auch ein neues Einkaufszentrum an den Rochusmarkt – nach „Galleria“ und „The Mall“ bereits das dritte in der Landstraßer Hauptstraße. Der Name „Post am Rochus – Mein Marktplatz im 3“ soll Lokalkolorit signalisieren. Während die Post AG am Standort zwischen Erdbergstraße, Grete-Jost-Park und Rasumofskygasse bereits die Dachgleiche feiert, blicken die Marktstandler am Rochusmarkt dem neuen Nachbarn allerdings mit gemischten Gefühlen entgegen.

Rund 20 Shops, eine große Merkur-Filiale sowie Gastronomiebetriebe, wie zum Beispiel ein Segafredo, sollen auf 5500 Quadratmetern das Angebot des Rochusmarkts ergänzen, sagt Post-Generaldirektor Georg Pölzl. Im ersten von drei Stockwerken zieht zudem eine Post- und Bawag/PSK-Filiale ein. Darüber hinaus wird es eine Tiefgarage mit rund 100 Stellplätzen geben. Und in der Nacht soll die Fassade beleuchtet werden.

Über die Baukosten sowie die Höhe der Mieten bewahren Post AG und EKAZENT-Immobilienmanagement Stillschweigen. Pölzl verrät bloß, dass der Neubau „einen hohen zweistelligen Millionenbetrag“ kostete.

Optimismus überwiegt

Für das Grätzel sei das Projekt eine immense Bereicherung, meint SPÖ-Bezirksvorsteher Erich Hohenberger. Die Unternehmer am Rochusmarkt sehen das zwar nicht alle so, beim KURIER-Lokalaugenschein am Donnerstag überwiegt aber der Optimismus. Da 1200 Personen in der „Post am Rochus“ arbeiten werden, erhoffen sich einige neue Kundschaft.

So, wie etwa Junior-Wirt Jonathan Abramov vom Café Arrigo. Dass seine Stammkunden künftig ausbleiben oder die Gastrobetriebe des „Post am Rochus“ bevorzugen könnten, befürchtet er nicht. Im Gegenteil: „Wir sehen eher die Chance auf zusätzliche Frequenz.“

Ähnlich beurteilt das die Familie Schätzl, die ein paar Meter weiter Obst, Gemüse und Marmeladen verkauft. Zwar kann Senior-Chef Roland Schätzl nicht nachvollziehen, warum auf der Landstraße zusätzlich zu einer Vielzahl an Supermärkten drei Einkaufszentren stehen müssen. Besorgt ist aber auch er nicht. „Supermärkte sperren auf und zu – aber uns gibt’s immer“, sagt sein Sohn, Christian.

Andere Händler wiederum fürchten die Konkurrenz durch die 2000 große Merkur-Filiale. „Wer braucht die neben einem Markt? Auf der Landstraße gibt es schon genug Geschäfte“, sagt ein Händler, der lieber anonym bleiben will.
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