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Verkehr
06/18/2019

Polizei zu E-Scootern: "Wir werden das in den Griff bekommen"

E-Scooter-Anbieter und Polizei wollen Sicherheit erhöhen. Beamte könnten bald selbst mit den Rollern unterwegs sein.

von Birgit Seiser

Kein Fortbewegungsmittel ist derzeit so umstritten wie die Elektroroller. Die einen regen sich über die herumstehenden Fahrzeuge auf, kritisieren die Gefährlichkeit im Straßenverkehr. Die anderen sind vom E-Scooter-Fieber gepackt und düsen für wenig Geld durch die Stadt.

Deklaration für Sicherheit

So oder so, die Roller beschäftigen seit geraumer Zeit Polizei und Politik. Im Rahmen einer Veranstaltung wurde am Dienstag eine Deklaration für mehr Sicherheit unterzeichnet.

Das Papier soll dazu dienen, die Bevölkerung über die E-Scooter-Sicherheit aufzuklären. Unterschrieben wurde sie unter anderem vom Chef der Wiener Verkehrspolizei, Michael Takacs, und den Betreibern von sechs Scooter-Anbietern in Wien.

Viele ignorieren Ampeln

Takacs erzählte bei dem Termin auch über die Probleme, die es von Seiten der Polizei mit den Rollern gibt: „Das größte Problem ist, dass Lichtzeichen ignoriert werden. Das geht so weit, dass sogar die Polizei bei einer Kreuzung ignoriert wird und die Lenker trotzdem bei Rot fahren.“ Gerade Touristen würden oft zu zweit am Roller stehen.

Trotz einiger Probleme zeigte sich der oberste Verkehrspolizist positiv eingestellt. „Wir werden das in den Griff bekommen“, sagte Takacs. Auf KURIER-Nachfrage ließ er es außerdem offen, ob die Polizei vielleicht bald selbst auf E-Scootern unterwegs sein könnten: „Das muss man sich anschauen, es ist auf jeden Fall eine Option.“ Man müsse aber auf jeden Fall den Fokus auf die Sicherheit legen und die Lenker aufklären.

Tödliche Unfälle

Den ersten Verkehrstoten am Elektroroller hatte Brüssel im Mai zu beklagen. Auch in Paris kam es vergangene Woche zu einem tödlichen Unfall mit einem elektrischen Tretroller. Der 25-jährige Mann wurde von einem Lkw erfasst.

Die Bürgermeister von Paris und Brüssel wollen nun Maßnahmen setzen und die Roller nicht mehr einfach irgendwo parken lassen. Wie die steigenden Unfallzahlen eingedämmt werden können, ist allerdings weiter unklar. Von Helmpflicht ist jedenfalls keine Rede – 90 Prozent aller Scooterfahrer tragen keinen Kopfschutz. Dabei sind 25 km/h mit einem Sturz kopfüber von einem 2,5 Meter hohen Baum direkt auf Beton vergleichbar, warnt das Kuratorium für Verkehrssicherheit.