1,17 Mio. Notrufe, 61 Bombendrohungen: Wiener Polizei zieht Bilanz
Die Polizei ist in Wien im Dauereinsatz. Das belegt auch die Einsatzstatistik für das Jahr 2025.
Die Polizei muss rund um die Uhr funktionieren. In einer Millionenstadt wie Wien ist man 24 Stunden am Tag, sieben Tage die Woche, 356 Tage im Jahr im Einsatz – wortwörtlich.
Was das im Detail bedeutet, verdeutlicht die Jahresbilanz der Polizei, die Innenminister Gerhard Karner (ÖVP) beim Besuch der Landesleitzentrale präsentiert wurde.
Im Jahr 2025 gingen dort über 1,17 Millionen Notrufe ein (siehe Grafik unten). Das entspricht einem Tagesdurchschnitt von rund 1.300 Einsätzen – also im Durchschnitt beinahe einem Polizeieinsatz pro Minute.
Vom Notruf bis zum Eintreffen der Polizei vergehen bei Einsätzen höchster Priorität rund 3,5 Minuten. Zu Priorität 1 zählen Defibrillator-Einsätze, Raubüberfälle, Einbrüche mit Täter, Leib-/Leben-Delikte oder Einsätze mit Schusswaffen oder Messern.
Der Problemmonat Juni
Insgesamt musste die Polizei zu 474.243 Einsätzen ausrücken. Besonders intensiv war für sie traditionell der Juni, da sich die Menschen im Sommer vermehrt draußen aufhalten und es zu Konflikten und Lärmbelästigungen kommt.
Zu den meisten Einsätzen kam es in dem Zusammenhang am 25. Juni. Die einsatzstärkste Nacht ist üblicherweise Halloween oder Silvester, 2025 war es der Jahreswechsel.
Einsatzbilanz 2025 der Polizei Wien
Beurteilt wurden bei der Polizei im vergangenen Jahr 12.642 Demonstrationen und Kundgebungen, davon 300 von einem besonders großen Umfang. Insgesamt wurden 21 Kundgebungen untersagt und 432 zurückgewiesen.
Großaufgebot bei Bällen und am DIF
Von 17 Staatsbesuchen waren die meisten Polizeikräfte beim Besuch des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj (691) sowie beim Besuch von Israels Außenminister Gideon Sa'ar (638) gefordert.
Ein Großaufgebot brauchte es bei 122 Großveranstaltungen:
- das Donauinselfest mit 1.658 Beamtinnen und Beamten
- die OSZE-Konferenz (1.437)
- der Jahreswechsel (584)
- der Opernball (561)
- der Akademikerball (515)
- der Nationalfeiertag (473)
- die Regierungsangelobung (454).
Innenminister Gerhard Karner (ÖVP) zu Besuch in der Landesleitzentrale der Polizei Wien.
Präsent war die Polizei bei 96 Sportveranstaltungen, allen voran bei Fußballspielen, aber auch beim Vienna City-Marathon. Aktiv war man auch bei der Präventionsarbeit in den Bereichen Sucht, Gewalt und Sport mit insgesamt 1.215 Personenkontakten und 114 Vorträgen.
Viel Pyrotechnik und 62 Bombendrohungen
Besonders spannend ist der Blick auf die Zahlen beim Entschärfungsdienst: Ausrücken musste man zu 1.067 Einsätzen, am häufigsten zu
- Präventiveinsätzen (541) zur vorsorglichen Absicherung ohne konkrete Verdachtslage
- wegen Pyrotechnik (153)
- zu Funden von Kriegsmaterial (82)
- verdächtigen Gegenständen (80)
- wegen Bombendrohungen (62).
An gewissen Hotspots zeigte die Polizei im Rahmen spezieller Schwerpunktaktionen verstärkt Präsenz. Dazu zählten 100 Sonderaktionen rund um den Yppenplatz und die Josefstädter Straße sowie 36 in Favoriten.
114 Mal wurde nach Menschen bzw. nach Beweismitteln gesucht. Die Bereitschaftseinheit für Schwerpunkte im Bereich der Öffis verzeichnete 1.069 Festnahmen und 6.681 Anzeigen.
„Die Polizei leistet großartige Arbeit für die Menschen in der Bundeshauptstadt und darüber hinaus. Die hohe Zahl an Einsätzen zeigt, wie wichtig eine perfekt funktionierende Einsatzkoordination ist. Danke an die Polizei für die umsichtige konsequente Arbeit für die Sicherheit der Bevölkerung“, bedanke sich Karner.
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