APA11714920 - 03032013 - WIEN - ÖSTERREICH: Die Flüchtlinge aus der Wiener Votivkirche ziehen am Sonntag, 3. März 2013 in das Servitenkloster in Wien-Alsergrund um. Im Bild: Flüchtlinge in einem der Zimmer des Klosters. APA-FOTO: HERBERT P. OCZERET

© APA/HERBERT P. OCZERET

Asyl
07/26/2013

Polizei nimmt Serviten-Flüchtlinge an kurze Leine

Asylwerber müssen sich nun täglich bei der Polizei melden. Berater sind empört.

Über 20 der im Wiener Servitenkloster gemeldeten Asylwerber ist nun das "gelindere Mittel" verordnet worden - sie müssen sich nun täglich bei der Polizei melden. Die Betreuer der Betroffenen kritisieren diese Maßnahme heftig und beklagen überdies, dass die entsprechenden Aufforderungsschreiben in die falsche Sprachen übersetzt worden seien.

Die Asylverfahren der 20 betroffenen Personen sind nach APA-Informationen rechtskräftig negativ abgeschlossen worden. Das "gelindere Mittel" ist gemäß Fremdenrecht eine Alternative zur Schubhaft, wenn diese nicht als nötig erachtet wird. Die Berater der "Refugees", also Flüchtlinge, haben aber kein Verständnis für das Vorgehen der Behörden, "da doch das Servitenkloster als Bleibe bis Ende Oktober zugesichert wurde".

Dies betonte auch Caritas-Wien-Sprecher Martin Gantner gegenüber der APA: Das Servitenkloster sei bis dahin als "Grundversorgungshaus" zugesagt, und die Asylwerber kämen ihrer Mitwirkungspflicht jedenfalls nach. Vielleicht hege die Polizei ja die Sorge, dass jemand "untertauchen" würde, doch die sei "unserer Ansicht nach nicht gegeben".

Polizei: "Nichts Außergewöhnliches"

"Diese Sorge teilen wir nicht", betonte indes ohnehin Polizeisprecher Roman Hahslinger. Es handle sich um "nichts Außergewöhnliches, sondern um eine ganz normale Maßnahme, dadurch, dass wir im Zuge des Verfahrens immer wieder Fragen haben". Da brauche man den ständigen, direkten Kontakt.

Dass die Betroffenen in der falschen Sprache angeschrieben worden seien, wies er zurück. Laut Refugee-Aussendung waren die Bescheide "in Hindi, afghanischem Pashtu oder Bangali geschrieben, obwohl wir nur Urdu und pakistanisches Pashtu verstehen". Man halte sich stets an jede Sprache, die bei der ersten Kontaktnahme mit jedem Asylwerber von diesem als bevorzugte angegeben wurde, hält Hahslinger fest. "Da wurde nicht gewechselt."

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