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Chronik | Wien
01/04/2019

Peter Hacker plant Wien-Bonus für mobile Pflege

Schon bei der stationären Pflege werden Wiener, die schon länger in der Stadt sind, bevorzugt.

Bei der Vergabe von Gemeindewohnungen gibt es bereits einen Wien-Bonus für Menschen, die länger in der Stadt leben. Ähnliches könnte auch bei der mobilen Pflege kommen. Das kündigt Sozialstadtrat Peter Hacker (SPÖ) an.

Vorbild könnten Regelungen sein, die jetzt schon für die stationäre Pflege gelten: Um Anspruch auf einen Pflegeplatz zu haben, muss man mindestens sechs Monate in Wien seinen Hauptwohnsitz oder seinen Lebensmittelpunkt haben. Im mobilen Bereich sei man hingegen noch „sehr großzügig“, sagt Hacker dazu. Laut Fonds Soziales Wien (FSW)wird derzeit noch nicht erhoben, wie lange die mobil Betreuten bereits in Wien leben. Daher ist auch noch unklar, wie viele Menschen von der Einführung eines Wien-Bonus betroffen sein könnten. Insgesamt befanden sich 2017 rund 36.000 Wiener in der mobilen Betreuung. Für die kommenden Jahre erwartet man beim FSW einen starken Anstieg. Die Ausgaben der Stadt lagen 2017 bei 282 Millionen Euro.

Theoretisch ist es denkbar, dass der Wien-Bonus bei der finanziellen Förderung der mobilen Pflege durch die Stadt ansetzt: Derzeit ist es so, dass der überwiegende Teil der Kosten vom FSW getragen wird, der Patient zahlt lediglich einen relativ geringen Kostenbeitrag. Seine Höhe hängt vom Einkommen, der anrechenbaren Miete, dem Pflegegeld und der in Anspruch genommenen Leistungen ab.

Spitäler

Auch die Versorgung von Patienten aus anderen Bundesländern in Wiens Spitälern will Hacker unter die Lupe nehmen. Zwar gebe es im Finanzausgleich eine Vereinbarung bezüglich Mehrleistungen, „aber in bestimmten Bereichen haben wir das Gefühl, dass wir weit über der Abmachung liegen“, sagt der Stadtrat. Besonders augenscheinlich wird das in der Versorgung von Krebspatienten aus Niederösterreich und dem Burgenland. Mittlerweile kommen 25 bis 30 Prozent der Strahlentherapie-Patienten aus diesen beiden Bundesländern. Das liegt unter anderem an der besseren technischen Ausstattung der Wiener Spitäler: Dort gibt es doppelt so viele Linearbeschleuniger für die Tumor-Bestrahlung wie in Niederösterreich und dem Burgenland zusammen. Häufig werden auch Frühgeborene aus diesen Bundesländern in Wien versorgt.

Hacker kündigt Gespräche mit den dortigen Gesundheitslandesräten an, mit dem Ziel etwaige Schieflagen zu beseitigen.