Rund um das Allianz Stadion herrscht an Spieltagen akute Parkplatz-Not

© REUTERS/Heinz-Peter Bader

Allianz Stadion

Parkplatznot in Grün-Weiß

Seit dem Ausbau herrscht bei Rapid-Heimspielen ein Verkehrschaos in Hütteldorf.

von Josef Gebhard

10/14/2016, 06:00 AM

Anrainer Ernst Schreiber kann sich auf das Rapid-Heimspiel gegen Altach am kommenden Samstag nur bedingt freuen. Seit die Grün-Weißen ihr neues Allianz Stadion bezogen haben, herrscht an den Spieltagen Verkehrschaos in Hütteldorf: "Im Umkreis von drei Kilometern finden wir Anrainer in den Stunden vor, während und nach den Spielen keinen Parkplatz. Das Problem geht bis hinauf zum Flötzersteig", ärgert sich der Mietervertreter im benachbarten Hugo-Breitner-Hof.

Die Ursache für die Blechlawine ist banal: Das Allianz Stadion fasst um rund 10.000 mehr Zuschauer als das alte "St. Hanappi, mindestens die Hälfte davon würde laut Schreibers Schätzung mit dem Auto kommen. Umso kurioser mutet es an, dass ein Gutachten vor dem Umbau von keinem erhöhten Verkehrsaufkommen ausging. "Dabei handelte es sich wohl um ein reines Gefälligkeitsgutachten", sagt Scheiber.

Nach zahlreichen Beschwerden von Bürgern sieht jetzt auch der Bezirk Handlungsbedarf: Anfang November findet ein runder Tisch mit den zuständigen Fachgruppen statt, kündigt SPÖ-Bezirksrat Wilhelm Holzgruber, Vorsitzender der Verkehrskommission, an.

Pickerl ausweiten?

Eine von mehreren denkbaren Möglichkeiten wäre, dass die Gültigkeit der Kurzparkzone rund um das Stadion – ähnlich wie bei der Stadthalle – auf das Wochenende ausgedehnt wird. Denn derzeit gilt sie lediglich von Montag bis Freitag von 9 bis 19 Uhr. "Ich will aber nicht, dass dadurch für die Anrainer Zusatzkosten anfallen", betont Holzgruber.

Beim ÖAMTC bezweifelt man, dass das geht: "Die Kosten richten sich nach der möglichen Parkdauer. Wird sie ausgeweitet, steigen sie zwangsläufig", sagt Jurist Nikolaus Authried.

Obwohl es noch keinerlei Beschlüsse in diese Richtung gibt, ist die Opposition bereits im Kampfmodus: "Anstatt den Anrainern zu helfen, versucht man anscheinend nur, das marode Stadtbudget durch weitere Einnahmen aufzubessern", wettert etwa Patrick Osterbauer, Klubobmann der ÖVP Penzing.

Ähnlich sieht das auch Anrainer Schreiber: "Alles, was zu einer Verbesserung der Situation beiträgt, ist zu begrüßen. Aber es geht sicher nicht, dass die Geschädigten auch noch zahlen müssen. Ansonsten gibt es in unserem Gemeindebau sicher keinen mehr, der rot wählt."

Beim ÖAMTC bezweifelt man nicht nur wegen der Mehrkosten die Sinnhaftigkeit einer Pickerl-Sonderzone rund um das Stadion. Denn die Fans dürften mit Kurzparkscheinen nach wie vor dort parken, die Platznot würde also weiter bestehen bleiben.

Auch die Einführung von Anrainerparkplätzen brächte keine befriedigende Lösung: "Dadurch würde nicht nur den Stadionbesuchern, sondern auch Lieferanten und Gästen der Anrainer die Parkmöglichkeit genommen", sagt Authried. Obendrein können nur maximal 20 Prozent der Plätze reserviert werden. "Das wäre nur ein Tropfen auf dem heißen Stein", gibt auch Holzgruber zu bedenken. Er will auch Rapid stärker in die Pflicht nehmen. Der Verein soll die Fans wieder stärker darauf hinweisen, dass sie mit den Öffis anreisen sollen.

Mehr Garagenplätze

Laut Authried bliebe eigentlich nur noch die Möglichkeit, zusätzliche Garagenplätze zu bauen. Für ihn ist es unverständlich, dass diese nicht schon im Zuge des Stadion-Ausbaus vorgeschrieben wurden. "Denn es war ja klar, dass nicht alle Fans mit den öffentlichen Verkehrsmitteln kommen werden."

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