Chronik | Wien
21.09.2017

Parkpickerl in Simmering: Senioren hätten nicht abstimmen sollen

Grüne empört, Bezirkschef spricht von Kommunikationspanne

Die umstrittene Parkpickerl-Befragung in Simmering ist um eine bizarre Facette reicher: Von der am Mittwoch gestarteten Umfrage waren ursprünglich die Bewohner von drei Pflegewohnheimen ausgeschlossen. Eine entsprechende Information durch den FPÖ-Bezirksvorsteher Paul Stadler sorgte bei der Bezirksvertretungssitzung am Mittwoch für Aufregung. „Was geht im Kopf eines Bezirksvorstehers vor, der ältere Menschen von ihrem demokratischen Recht ausschließen will“, sagt Patrick Zöchling, Klubobmann der Grünen im Bezirk. „Gerade jetzt im Wahlkampf stellt die FPÖ die Umsetzung direkt-demokratischer Prozesse als Koalitionsbedingung auf. Wenn man sich ansieht, wie sie das umsetzen, wenn sie die Möglichkeit dazu haben, dann kann das eigentlich nur als gefährliche Drohung aufgefasst werden.“

Bei der MA 62, die für die Abhaltung von Wahlen zuständig ist, bestätigt man, dass Stadler ursprünglich die Adressen von drei Pensionistenwohnheimen nicht angefordert hat. Nach der Aufregung um sein Vorhaben hat Stadler aber offenbar reagiert. Am Donnerstag habe er die drei Anschriften nachgefordert, heißt es bei der MA 62. Laut KURIER-Informationen handelt es sich um die Wohnheime in der Erdbergstraße, der Oriongasse und die Dittmanngasse. An die Bewohner werden die Befragungsbögen jetzt nachträglich verschickt.

Bezirkschef Stadler spricht hingegen von einem „Kommunikationsproblem“ und einem „menschlichen Fehler“. Die Idee, die Heimbewohner nicht miteinzubeziehen sei von der Behörde gekommen. „Als der Fehler bekannt wurde, habe ich sofort eine Korrektur veranlasst, denn alle Bezirksbewohner sind für mich gleich viel wert.“