Chronik | Wien
14.12.2017

Parkpickerl-Domino geht weiter

In Simmering ist das Pickerl auf Schiene. In Döbling könnte es heute beschlossen werden.

Diese Woche könnten sich gleich zwei Bezirke für ein Parkpickerl entscheiden.

Zum einen, stand, gestern, Mittwoch, die Pickerleinführung in Simmering auf der Agenda. Wie berichtet, hatten sich bei der Befragung im Herbst 62,2 Prozent der Bewohner in der Zone A (Bezirkszentrum bis zur U-Bahn-Station Simmering) für ein Parkpickerl ausgesprochen. Nachdem sich Bezirksvorsteher Paul Stadler (FPÖ) mit den Bezirksklubobleuten auf ein Gebiet geeinigt hatte (siehe Grafik), wurde am Mittwoch ein entsprechender Antrag eingebracht. Patrick Zöchling, Klubobmann der Grünen Simmering, hätte sich ein flächendeckendes Pickerl gewünscht. "Wir wissen von anderen Bezirken, dass eine teilweise Einführung nur die Autos in die anderen Bezirksteile verdrängt." Aber es sei ein erster Schritt.

Der Antrag wurde dann einstimmig angenommen. Paul Stadler hofft auf eine Einführung vor dem Sommer, Zöchling hält den Herbst für wahrscheinlicher.

Nur nachmittags

In Döbling wird es indes heute, Donnerstag, spannend. Bezirksvorsteher Adi Tiller ( ÖVP) wird einen Parkpickerl-Antrag einbringen .

Die Pickerl-Befragung in Döbling vor rund einem Jahr ist zwar mit einer Mehrheit von 51,6 Prozent negativ ausgegangen. Der Antrag wird aber mit den 1200 Mails und ebenso vielen Anrufe begründet, die seit der Befragung eingegangen sind. Die Anrufer und eMail-Schreiber hätten allesamt ein Parkpickerl gefordert, ein Teil gab an bei der Befragung noch mit "Nein" gestimmt zu haben.

Außergewöhnlich ist bei dem Antrag die Zeitbegrenzung: Die Kurzparkzone soll nur von 14 bis 19 Uhr gelten.

Heinz Hieber, Klubobmann der Döblinger Grünen, hält diese nicht für sinnvoll. Er selbst wird einen Antrag für ein Parkpickerl von 9 bis 19 Uhr einbringen. Kommt dafür keine Mehrheit zustande, werden die Döblinger Grünen aber wohl für den Antrag der ÖVP stimmen. "Wir kämpfen schon so lange für das Parkpickerl. Da werden wir diesen Antrag jetzt nicht behindern." Auch der stv. Bezirksvorsteher Anton Mandl (SPÖ) versichert, dass eine Mehrheit zustande kommen wird.

Aus dem Büro der zuständigen Stadträtin Maria Vassilakou (Grüne) heißt es: "Der Beschluss wäre ein Schritt in die richtige Richtung, wir werden den Antrag ernst nehmen, aber genau prüfen ob die vorgeschlagenen Zeiten wirklich sinnvoll sind."