© Melanie Baumgartner

Chronik Wien
07/03/2019

"Weißer Tee" gegen Achselschweiß: Wiener U-Bahn bekommt parfümierte Züge

Jeweils zwei U-Bahn-Züge der U1 und U6 werden im Sommer parfümiert. Die Wiener können darüber abstimmen, was sie von dem Versuch halten.

von Julia Schrenk

Tatsächlich ist  es den Wiener Linien gelungen, ihre „Sommer-Aktion“ aus dem  Vorjahr in Sachen Skurrilität zu übertreffen. Wir erinnern uns: 2018 wurden Deos an die Fahrgäste der U6 verteilt. Seit gestern, Mittwoch, gibt es allerdings ein neues Highlight in den Wiener U-Bahn-Tunneln: Bis Ende des Monats sind  jeweils zwei Züge der Linien U1 und U6  mit Raumduft unterwegs. Und zwar in vier verschiedenen Sorten.

Der Duft „Energize“ riecht nach  Grünem Tee, Grapefruit und Zitrone und soll die Fahrgäste „erfrischen“.    „Fresh White Tea“ trägt die Erfrischung schon im Namen und soll wohl daher (oder wegen der „leichten Holznoten“?) „belebend“ wirken.  Sandelholz und Moschus von „Happy Enjoy“ sollen – richtig erraten –für positive Stimmung sorgen und der Mix aus Jasmin, Melone und Rose vom Duft „Relax“ zur Entspannung der Fahrgäste beitragen.

„Unser großes Anliegen ist, dass sich die Öffi-Fahrgäste bei uns wohlfühlen“, sagt Öffi-Stadträtin Ulli Sima (SPÖ). Dass ihr das wichtig zu sein scheint, darüber konnten sich die  Wienerinnen und Wiener schon in der Vergangenheit überzeugen.

Simas erste Amtshandlung in Sachen Wohlfühl-Offensive für die Öffis waren die sogenannten „U-Bahn-Stars“. 2017 verkündete die Stadträtin, dass nun Musiker an bestimmten Plätzen in den U-Bahn-Stationen musizieren dürfen. Sie sollten zur Erhöhung des Sicherheitsgefühls beitragen.

2018  folgte die Verbannung von stark riechendem Essen aus der U-Bahn. Kebab, Pizzaschnitte und Leberkässemmel sind seither tabu.  Kaffee darf man bekanntlich noch trinken (wenn man nicht patzt), und Kindern wird auch nicht „ihr Kipferl aus der Hand gerissen“, versprach die Stadträtin.

Zwei Tage später dann der vorläufige Höhepunkt:  Die Wiener Linien verteilten – mit tatkräftiger Unterstützung „ihrer“ Stadträtin  –  in der U6  tatsächlich Deos an die Fahrgäste. 14.000 Stück, hübsch bedruckt mit dem Wiener U-Bahn-Plan. 

Gestern Mittwoch, setzten sie mit ihren eingedüftelten U-Bahnen noch eines drauf. Eingesprüht werden die Waggons übrigens über das Lüftungssystem.

Bis 31. Juli kann man in einem Online-Voting darüber abstimmen, ob es parfümierte U-Bahnen in Wien geben soll. Und wenn ja, wonach sie riechen sollen: www.wienerlinien.at/duftvoting