palais schwarzenberg

© juerg christandl

Schwarzenberg
10/21/2013

Palais im Dornröschenschlaf

Mit Lizenz könnte das Grand Casino 2014 eröffnen. Boutiquehotel möglich

von Anna-Maria Bauer, Jürg Christandl

Die Tapete löst sich von den Wänden, auf den riesigen Kronleuchtern liegt eine dicke Staubschicht. Doch der Dornröschen-Schlaf des Palais Schwarzenberg könnte bald zu Ende sein.

„Wenn wir die Konzession bekommen, wird das Casino bereits kommenden Herbst eröffnen“, erläutert Georg Brockmeyer, Sprecher der Schweizer Stadtcasino Baden AG beim Rundgang durch den barocken Prunkbau. Gemeinsam mit der deutschen Gauselmann-Gruppe will man in den Räumen des Palais ein Grand Casino errichten. „Es soll vergleichbar sein mit den großen Spielbanken, wie Monte Carlo oder Baden-Baden.“

Pokern unter Kronleuchtern und dreidimensional wirkenden Fresken: 28 Tische sollen in den Prunkräumen Platz finden, 280 Automaten im – etwas legereren – unteren Stockwerk. In den westlichen Teil des Haupttrakts kommt ein französisches Restaurant.

Um einen stilechten Auftritt für die Gäste zu ermöglichen, verschwinden die Autos in eine Tiefgarage; der Vorplatz wird gekieselt.

Internationale Spieler

Mit dem Casino möchte man internationale Glücksspieler anlocken. „Gäste aus dem Osten sind spielaffin. Asiaten lieben Wien schon wegen der Musik – ein Grand Casino bietet zusätzlichen Anreiz.“ Man werde jedenfalls Casino-Marketing betreiben; mit Büros in Singapur, Moskau und Dubai, die Casino-Packages anbieten.

Noch ist es allerdings nicht so weit. Die Konzessionen werden vermutlich zu Jahresbeginn vergeben werden. Neben der Gauselmann-Gruppe und Stadtcasino Baden AG sind noch Novomatic, Casinos Austria und Century Casinos im Rennen um die Lizenz im Südwesten Wiens.

Die vormalige Idee im Palais ein Luxushotel zu errichten, wurde trotz des Rückzugs von Scheich Al Jaber nicht vollkommen aufgegeben. Mit dem Casino im Haupttrakt könnte es sich die Familienstiftung vorstellen, ein Boutiquehotel in den Vorflügeln zu errichten.

Instandhaltung

Trotz der vielen Besitztümer über die die Familie Schwarzenberg verfügt, sei die Instandhaltung der Objekte nicht einfach. „Wir jammern nicht, aber die Erhaltung ist eine Herausforderung“, betont Maximilian Schaffgotsch von der Schwarzenberg-Stiftung. Man arbeitet bereits am nächsten Projekt: Kommendes Jahr wird im Schloss Obermurau ein Museum mit Schwarzenberg’schen Kunstgegenständen eröffnen.

Ein Juwel wird wachgeküsst:

Die Familie Schwarzenberg

Karel Schwarzenberg: Fürst von Schwarzenberg ist Chef der tschechischen Partei TOP 09 und früherer tschechischer Außenminister.

Besitztümer: Das Vermögen wird auf rund 400 Millionen Euro geschätzt. Die Familie verfügt neben dem Palais u. a. über Forste in der Steiermark und Salzburg, das Schloss Murau, einige Immobilien in Wien und das Stammschloss in Bayern.

Aberglaube: Einem Volksglauben zufolge trieb Eleonore von Schwarzenberg im 18. Jahrhundert in Krumau als Vampir ihr Unwesen

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