Chronik | Wien
18.10.2018

"Oida" sagt man nicht zur Polizei: 100 Euro Strafe für Wiener

Wiener versteht die Welt nicht mehr, nachdem er eine Amtshandlung der Polizei fotografiert hat.

Nach dem Vorwurf rassistischer Kontrollen des Rapper T-Ser sorgt das Verhalten der Polizei in Wien erneut für Emotionen. Diesmal löst eine Amtshandlung vor allem Verwunderung aus.

Ein 22-jähriger Wiener ging mit seinem Fall an die Öffentlichkeit, der sich vor zwei Wochen ereignet hat. Nathan Spasic hatte einen Polizeieinsatz aus einiger Entfernung fotografiert. Einem Polizisten passte das gar nicht. Er packte den freien Berufsfotografen beim Arm und forderte seinen Ausweis, berichtet die Krone.

Spasic verstand den Sinn und Anlass der Kontrolle nicht. Der Polizist stellte laut dem Bericht in Frage habe, ob S. Deutsch versteht und erklärt ihm, "wie die Dinge in Österreich laufen". Spasic fasste diese Behandlung durch den Staatsbediensteten als Verächtlichmachung seiner Person auf, schreibt er auf Twitter.

Mit seiner offenbar zu wienerischen Gegenfrage "Was willst du, Alter?" verletzte er dann im Anschluss offenbar den "öffentlichen Anstand" des Beamten empfindlich. So heißt es zumindest in der Anzeige. Für den Angezeigten war das " Oida" in dieser Situation allerdings nicht als Ansprache an den Polizisten, sondern als bloßer Ausruf in der Situation zu verstehen.

"Oida" sagt man nicht

Das Strafmandat folgte zwei Wochen später trotzdem. Spasic darf nun wählen: Zwei Tage im Gefängnis oder eine 100-Euro-Strafzahlung sollen den angerichteten Schaden der "Verwaltungsübertretung" wieder gutmachen.

"Jedes Kind lernt in der Volksschule, wie man mit der Polizei zu sprechen hat", sagt Polizeisprecher Harald Sörös gegenüber der Krone. Auch auf Twitter erteilt die Polizei auf Nachfragen Lektionen im ihr angemessen erscheinenden Sprachgebrauch.