Chronik | Wien
18.10.2018

Rapper T-Ser wegen Hautfarbe aufgehalten? "Das passiert regelmäßig"

Wiener Rapper warf Polizei Rassismus vor. Dass er willkürlich kontrolliert werde, sei keine Seltenheit, sagt er im KURIER-Gespräch.

"Kann mir mal einer erklären, warum wegen 4 - 5 Männern, die nur dasitzen ca. 10 Beamte kommen?", fragte sich der Wiener Rapper T-Ser auf seinem Instragram-Account. Seine Antwort sorgte zu Beginn der Woche für Aufregung: T-Ser, wie sich der junge Rapper nennt, ortete "Racial Profiling", also das aufgrund von Stereotypen und äußerlichen Merkmalen wie der Hautfarbe basierende Agieren der Polizei.

Teile der Amtshandlung vom Sonntag hielt er auch in einem Video fest, das bis dato mehr als 100.000 Mal abgerufen wurde: 

Im KURIER-Interview erklärt T-Ser nun, dass eine Kontrolle wie diese keine Seltenheit sei. "Das passiert eigentlich regelmäßig." 

Die Wiener Polizei bestreitet eine Ausweiskontrolle aufgrund der Hautfarbe, die interne Untersuchung, die man am Montag ankündigte, läuft noch. 

Eine Sprecherin der Wiener Polizei schilderte den Ablauf der Amtshandlung, die der Identitätsfeststellung hätte dienen sollen, so: "Ein Teil der Gruppe war kooperativ und hat die Ausweise vorgezeigt. Zwei aus der Gruppe waren nicht kooperativ. Einer der Männer hat ständig mit den Händen vor einem der Beamten herumgefuchtelt. Er wurde aufgefordert, das zu unterlassen." Weil er der Aufforderung nicht nachkam, wurde eine Anzeige wegen aggressiven Verhaltens ausgesprochen. Dazu kam später noch eine wegen Anstandsverletzung - der Betreffende soll den da bereits im Gehen befindlichen Polizisten eine ordinäre Beschimpfung nachgerufen haben. Der zweite Betroffene wurde wegen Lärmerregung und Missachtung einer Wegweisung angezeigt.