"Date my Mate" auf queer: Liebe auf den ersten Pitch
Noch sitzen Philipp und Daniel im Publikum, gleich stehen sie selbst auf der Bühne. Zuerst ist Philipp mit seinem Pitch, also der Präsentation, dran. Er preist Daniel an, hinter ihm eine PowerPoint-Folie mit der Überschrift „Heute in Aktion: Boyfriend-Modell Daniel“. Die beiden Singles sind bei „Date my queer Mate“, um sich gegenseitig zu pitchen und für den jeweils anderen vielleicht die Liebe des Lebens zu finden.
Seit rund einem Jahr gibt es das Offline-Dating Format „Date my Mate“. Dabei erstellen Freunde Präsentationen über ihre Single Freunde, die sie gerne verkuppeln würden. Vergangenen Samstag fand zum zweiten Mal die Queer-Edition im Jo&Joe am Westbahnhof statt.
Zurück ins echte Leben
Ins Leben gerufen wurde „Date my Mate“ von Roxy Huber und Caroline Kubeczko, mittlerweile ist auch Henni Fuhrberg im Organisationsteam. Entstanden ist die Idee aus eigenen Dating-Erfahrungen. „Wir hatten keine Lust mehr auf Online-Dating und wollten zurück ins echte Leben“, sagt Huber. Das Format kannten sie aus Amerika. „Wir fanden dieses Konzept cool, weil Freunde deine wahren Facetten zeigen“, sagt Fuhrberg.
Mit Präsentationen sollen Singles verkuppelt werden.
Rund einmal pro Monat findet das Dating Format statt, circa 100 Personen kommen zu den Abenden. Seit ein paar Monaten verlangen sie auch einen Eintritt von zehn Euro. Das scheint aber niemanden zu stören, die Tische sind voll besetzt. Während die Pitches gehalten werden, wird gelacht, getrunken und mitgefiebert, ob sich danach auch jemand bei den Singles meldet. Viele haben am Ende ihrer Präsentation einen QR-Code zum Instagram-Profil eingeblendet, eine Möglichkeit zum Kennenlernen gibt es laut Huber aber auch bei der Afterparty.
Zwischen den Pitches gibt es auch Pausen, in denen die Organisatorinnen mit dem Publikum Spiele spielen. „Am beliebtesten ist Red Flag – Green Flag“, sagt Fuhrberg. Dabei werden Einstellungen zum Dating präsentiert wie: Die Person, die du datest, ist noch mit ihrem Ex-Partner befreundet. Die Gäste halten dann ein grünes Kärtchen hoch, wenn sie es für gut bewerten – oder ein rotes, wenn nicht.
Oft eine Hemmschwelle
Moderiert wurde der Abend nicht nur von Huber und Fuhrberg, sondern auch von Dragqueen Horness. „Ich finde solche Events echt toll“, sagt sie. Laut ihr sollte es mehr solcher Angebote geben, wo queere Leute einfach ins Gespräch kommen können. Denn in Wien sei es oft nicht so leicht, als queere Person zu daten.
„Im Club ist für uns dann oft eine Hemmschwelle da, andere anzusprechen.“ Die Angst, auf eine homophobe Person zu treffen, sei bei ihr früher oft im Hinterkopf gewesen. „Solche Event stärken aber auch das Selbstbewusstsein.“
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