Chronik | Wien
29.08.2017

ÖVP: "Vassilakou steht beim Garagenbau auf der Bremse"

Eine neue Garage in Ottakring, zwei in Favoriten. Das sei viel zu wenig, sagt die Opposition.

Erleichtertes Aufatmen bei Anrainern in Ottakring: Nach drei Jahren Bauzeit wurde gestern, Montag, die Tiefgarage in der Wattgasse 9-11 eröffnet. Ein Wasserschaden hatte die Fertigstellung eineinhalb Jahre verzögert.

Franz Prokop (SPÖ), Bezirksvorsteher von Ottakring, freut sich auch über die Neugestaltung des Freiraumes. Grünflächen und Sitzgelegenheiten sollen für eine angenehmere Atmosphäre sorgen. „Früher sind hier die Autos kreuz und quer gestanden“, sagt Prokop.

In der Wohnsammelgarage, die von einer Tochter der List-Group betrieben wird, stehen ab sofort 235 Parkplätze zur Verfügung. 212 davon sind von der Stadt gefördert und kosten nur 88,40 Euro pro Monat. 80 dieser Stellplätze sind bereits vergeben.

Die Wiener ÖVP begrüßt zwar die Fertigstellung der Garage. Klubobmann Manfred Juraczka kritisiert jedoch, dass in puncto Wohnsammelgaragen in Wien viel zu wenig passiere. "Dabei wäre es eine Win-win-Situation: Die Bewohner haben einen fixen Parkplatz und die Autos verschwinden von der Oberfläche. Aber die grüne Verkehrsstadträtin steht hier auf der Bremse. Wieso, ist mir ein Rätsel." Es gebe zum Beispiel ein Projekt in der Krim im 19. Bezirk, das fertig wäre. Allein, der Bezirk bekomme keine Genehmigung.

Baustelle in Favoriten

Indes wird in Favoriten eifrig an der Fertigstellung zweier Garagen gearbeitet: den beiden Park-&-Ride-Anlagen entlang der U1-Verlängerung. Ab 4. September gilt in Favoriten das Parkpickerl. Dann bilden Park-&-Ride-Garagen für die rund 7800 nö. Pendler, die derzeit in Favoriten ihren Pkw abstellen, die einzige Abstellmöglichkeit. Allerdings wird hier nur ein Bruchteil der Autos Platz finden. Denn konkret werden 256 Stellplätze An der Kuhtrift (U1-Station Oberlaa) und 92 in Neulaa errichtet. Letztere werden bis 2018 auf 106 Plätze aufgestockt. Dazu kommen 200 Dauerparkplätze, die die Therme Wien zur Verfügung stellt.

"Das ist doch nur ein Tropfen auf dem heißen Stein", kritisiert der Wiener FPÖ-Verkehrssprecher Toni Mahdalik.

"Wir fordern schon lange 25.000 zusätzliche Plätze an der Stadtgrenze, die Wien gemeinsam mit Niederösterreich umsetzen soll. Davon sind wir weit entfernt."

Aus dem Büro von Vizebürgermeisterin Maria Vassilakou heißt es zur Kritik von ÖVP und FPÖ, dass es eine Garagen-Strategie der Stadt gebe – und dass diese auch konsequent verfolgt werde. Insgesamt gebe es in der Stadt bereits 16 P-&-R-Anlagen mit rund 10.490 Stellplätzen sowie 29 Volks- bzw. Wohnsammelgaragen mit 6007 Parkplätzen. Und weitere Projekte seien in Planung (siehe Info-Kasten).

"Viele der Projekte sind nicht konkret", kritisiert Mahdalik weiter. "Die Anlage in Rothneusiedl ist abhängig von der U1-Erweiterung, die noch gar nicht beschlossen ist. Dabei wäre eine weitere Garage in Favoriten auch ohne U-Bahn-Erweiterung dringend notwendig."

Geplante Garagenprojekte

Park-&-Ride-Anlagen

10., Rothneusiedl: 2500 Plätze, bei U1-Erweiterung Rothneusiedl

11., Simmering Süd: 150 Plätze, aktuell Standortüberprüfung

14., Unter St. Veit: 660 Plätze, Überarbeitung der Projektstudie

19., Heiligenstadt: 180 Plätze, Ersatz für WIPARK-Parkplatz U4

21., Strebersdorf: 300 Plätze, abhängig auch von S3-Taktung

22., Seestadt: 1000 Plätze, abhängig von Stadtstraße Aspern

Erweiterung: 14., Hütteldorf: 2020 Plätze

Wohnsammelgaragen

2., Lessingasse: 360 Plätze, in Bau

14., Penzinger Straße: 130 Plätze, abhängig von Siemens-Areal

16., Brunnengasse: 150 Plätze, Baubescheid 1. Instanz

16./17., Heigerleinstraße: 75 Plätze, in Bau