Chronik | Wien
17.02.2018

ÖVP: "Keine berittenen Polizisten bei Demos"

VP-Polizeisprecher Mahrer fordert, die Reiterstaffel vor allem auf Grünflächen einzusetzen.

Stolz thronte FPÖ-Innenminister Herbert Kickl bei einem Besuch in München diese Woche auf einem Einsatzpferd der deutschen Polizei. Doch der Gegenwind in der Heimat gegen das teure Prestigeprojekt einer berittenen Einheit wächst von Tag zu Tag. Der neue ÖVP-Polizeisprecher Karl Mahrer, bis Monatsende auch noch Landesvizepolizeipräsident im Urlaub, ist "gegen einen Einsatz der berittenen Polizei bei unfriedlichen Anlässen in Wien, also etwa bei Demos oder bei Ausschreitungen".

Gegenüber dem KURIER zeigt sich Mahrer überrascht, dass schon Daten für den Start kursieren: "Man sollte zuerst ein Konzept erstellen, dann einen Kosten-Nutzen-Vergleich. Und wenn das alles positiv ist, kann man einen Probebetrieb angehen. Ich kann hier gerne eine Zusammenarbeit anbieten".

Hohe Kosten

Wie im Jänner berichtet und mittlerweile offiziell bestätigt, sind bis zu 24 Pferde eingeplant. Die ersten Tiere sollen bereits im Frühjahr 2019 ausgebildet werden. Im Innenministerium wurden Jahreskosten für die Unterbringung von 350.000 Euro jährlich berechnet, noch ohne Gehälter und Ausrüstung für die Polizisten.

Zuletztwarnte auch der Bezirksvorsteher der Inneren Stadt, Markus Figl,vor weiteren Kosten durch von Pferden beschädigte Straßenbeläge. Allein die Fiaker belasten das Bezirksbudget schon jetzt mit 750.000 Euro jährlich. Mahrer schlägt deshalb vor, die Reiterstaffel "nur auf Grünflächen einzusetzen, wo man präventiv tätig sein kann. Also etwa auf der Donauinsel oder im Prater".

Drahtesel bevorzugt

Das wiederum stößt beim Zentralausschuss der Polizei-Gewerkschaft (in dem alle drei großen Parteien vertreten sind) auf Ablehnung. Wie berichtet, hat die Gewerkschaft eine Resolution gegen die berittene Polizei erlassen. Auf der Donauinsel oder im Prater können bequem auch Beamte mit Fahrrädern eingesetzt werden, meint etwas Gewerkschaftsboss Reinhard Zimmermann. Das viele Geld sei besser anderswo aufgehoben als bei einer Reiterstaffel. Grüne und Tierschützer hatten zuletzt auch gefordert, auf die berittene Polizei komplett zu verzichten.