Chronik | Wien
12.03.2018

ÖVP fordert Maßnahmen gegen Wiener "Lehrerflucht"

Resolutionsantrag für Anreizsystem scheitert im Gemeinderat.

"Die rot-grüne Stadtregierung verschließt die Augen vor einem gravierenden Problem im Wiener Bildungsbereich", kritisiert Sabine Schwarz, Bildungssprecherin der Wiener ÖVP. Jährlich würden nämlich rund 150 Lehrerinnen und Lehrer aus Wien nach Niederösterreich abwandern. (Die Zahl sei realistisch, heißt es beim Wiener Stadtschulrat).

Von Bildungsstadtrat Jürgen Czernohorszky (SPÖ) fordern die Stadtschwarzen daher, ein Anreizsystem, "um diese Lehrerflucht" zu verhindern. Bereits im November brachten Schwarz und ÖVP-Mandatarin Caroline Hungerländer im Gemeinderat einen entsprechenden Resolutionsantrag ein.

SPÖ-Stadtrat weist Kritik zurück

In dessen Beantwortung verweist Czernohorszky darauf, dass es in Wien bereits diverse Anreizsysteme gebe, "um eine sogenannte Abwanderung zu vermeiden". So werde etwa Hilfe beim Finden von Startwohnungen oder von Kindergarten- und Schulplätzen für Kinder von Lehrern angeboten. Weiters gebe es im Stadtschulrat Servicestellen für rechtliche, soziale und finanzielle Beratung. Schulstandorte würden zudem möglichst nahe am Wohnort zugewiesen.

Prinzipiell wollen Lehrer, die in Wien unterrichten, aber in einem anderen Bundesland wohnen, so nahe wie möglich an ihren Hauptwohnort arbeiten, merkt Czernohorszky an. Da das Lehrer-Dienstrecht im Bundesvollzug liege und das Personal in allen Bundesländern einsetzbar sei, wären daher weitere Maßnahmen durch die Bundesregierung wünschenswert, meint der Stadtrat.