Chronik | Wien
02.01.2018

Öffis in Wien: Was 2018 kommt

Viele Fahrkarten-Kategorien werden teurer. Aber das 365-Euro-Jahresticket bleibt.

Die gute Nachricht vorweg: Der Preis für das 365-Euro-Jahresticket der Wiener Linien bleibt auch 2018 gleich. Für andere Fahrschein-Kategorien müssen Öffi-Nutzer seit 1. Jänner aber tiefer in die Taschen greifen. Die Wiener Linien argumentieren die Preiserhöhungen von durchschnittlich 3,7 Prozent mit dem Ausbau des Angebots und höheren Betriebskosten. Die letzte Preiserhöhung gab es 2014.

Seit Montag kostet etwa eine Einzelfahrt 2,40 statt 2,20 Euro, die Wochenkarte kommt auf 17,10 statt 16,20 Euro und das Monatsticket auf 51 statt wie bisher auf 48,20 Euro. Für das 24-Stunden-Wien-Ticket zahlen Fahrgäste 8 statt 7,60 Euro.

Laut den Wiener Linien nutzen mittlerweile 760.000 Kunden die 365-Euro-Jahreskarte. Für sie bleibt alles beim Alten – sofern sie das Ticket per Einmalzahlung berappen. Bei monatlicher Abbuchung erhöht sich der Preis von 375 auf 396 Euro. Das sind 1,75 Euro mehr pro Monat. Betroffen sind davon rund zwei Drittel der Jahreskartenbesitzer. Schlagend wird die Preiserhöhung erst, wenn die aktuelle Jahreskarte abgelaufen ist. Gleich bleiben auch die Preise des Top-Jugendtickets, des Tickets für Schüler und Lehrlinge sowie das Semesterticket für Studenten beim Online-Kauf.

Kritik

Senioren sind allerdings von Preiserhöhungen von elf bzw. 17 Euro betroffen. So stieg der Preis für die Jahreskarte bei Einmalzahlung von 224 auf 235 Euro, bei monatlicher Abbuchung von 229 auf 246 Euro. Zudem wurde das Anspruchsalter auf 63 Jahre angehoben. Laut Wiener Linien steigt dieses automatisch alle zwei Jahre. Kritik kommt von der Arbeiterkammer. Aufgrund der Anpassung hätten 200.000 Pensionisten keinen Anspruch auf das ermäßigte Ticket. Das treffe vor allem Frauen mit kleinen Pensionen. Neu ist heuer dafür ein ermäßigtes Senioren-Einzelticket um 1,50 Euro. "Das Wiener Öffi-Angebot wächst seit Jahren kontinuierlich. Das Preis-Leistungsverhältnis bleibt eines der attraktivsten in ganz Europa", sagt Wiener-Linien-Geschäftsführerin Alexandra Reinagl. 2017 wurden 413 Millionen Euro in die Verbesserung des Öffi-Verkehrs investiert.

Teurer wird es auch in den Wiener Bädern: Die Tageskarte für Erwachsene kostet heuer ebenso wie die 5-Stunden-Karte im Hallenbad 5,90 statt 5,50 Euro. Auch die Monatskarte wird auf 29,50 Euro angehoben. Neu ist eine Nachmittagskarte (ab 16 Uhr) in den Sommerbädern: Sie kommt auf 3,50 Euro.

Die Bibliotheken haben ihr Tarifsystem ebenfalls geändert: Die Jahresgebühr wurde von 24 auf 30 Euro angehoben. Dafür ist die Entlehnung von DVDs oder Konsolenspielen inkludiert. Bis 18 Jahre ist die Nutzung weiterhin kostenlos.