Bezirksvorsteher Georg Papai (SPÖ) mit dem neuen Flächenwidmungsplan.

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Chronik Wien
04/27/2021

Nordrandsiedlung in Floridsdorf: Dichte Bebauung erhielt Absage

1.155 Bewohner wurden befragt, der neue Flächenwidmungsplan liegt nun auf. Die Wünsche der Anrainer wurden berücksichtigt

von Agnes Preusser

Seit drei Jahren herrscht bei der Nordrandsiedlung in Floridsdorf Bausperre. Jetzt wird ein neuer Flächenwidmungsplan aufgelegt, in dem die Baubestimmungen geregelt sind.

Bezirksvorsteher Georg Papai (SPÖ) gibt sich zuversichtlich, dass – anders als bei vielen anderen Flächenwidmungsplänen in Wien – die Anrainer sehr zufrieden damit sein werden.

Der Grund für seine Zuversicht: Die Siedler waren in den Prozess miteingebunden.

Nachdem die Bewohner der Nordrandsiedlung eine zu dichte und zu hohe Bebauung befürchtet hatten, wurde im Jahr 2018 als Sofortmaßnahme besagte Bausperre verhängt.

Gemeinsam mit der zuständigen MA21 erarbeitete der Bezirk drei Varianten für eine mögliche neue Flächenwidmung und ließ die Anrainer darüber abstimmen.

Großer Rücklauf 

Das Interesse dabei war groß: 1.155 Bewohner wurden angeschrieben, 56 Prozent schickten die Stimmzettel zurück. Drei Viertel sprachen sich dabei für eine Variante aus, bei der die Gebäudehöhe auf 6,5 Meter beschränkt ist.

Auch ein anderer Wunsch der Bewohner wurde bei den Planungen berücksichtigt. Nämlich, dass ein Bauplatz mindestens 500 Quadratmeter groß sein muss.

Warum das wichtig ist: Die Grundstücke in der Siedlung sind mit 1.200 Quadratmetern überdurchschnittlich groß für Wien. Mit der neuen Mindestgröße können nur noch zwei Häuser pro Grundstück realisiert werden.

Davor wären vier möglich gewesen, mit nur sehr wenig Gartenfläche und Licht dazwischen.

Warum die Grundstücke dort überhaupt so groß sind, liegt in der Geschichte begründet.

Errichtet wegen der Weltwirtschaftskrise

Die Siedlung wurde in den 30er Jahren erbaut. Der Börsencrash 1929 und die folgende Weltwirtschaftkrise hatten in Österreich für 600.000 Arbeitslose gesorgt.

Viele Familien konnten sich die hohen Mieten nicht leisten und wohnten in slumartigen Behausungen, genannt Bretteldörfer. Die Wiener Stadtverwaltung reagierte mit Projekten wie der Nordrandsiedlung.

324 von Arbeitslosigkeit betroffene Familien fanden dort ihr neues Zuhause. Auf den 1.200 Quadratmeter großen Parzellen konnten sie sich mit Gemüseanbau und Tierhaltung selbst versorgen.

Im Zuge der öffentlichen Einsichtnahme des Plandokuments Nummer 8295 haben nun alle Bürgerinnen und Bürger die Möglichkeit, von 29. April bis 10. Juni eine persönliche Stellungnahme dazu abzugeben.

Ort:
Servicestelle Stadtentwicklung
1010 Wien, Rathausstraße 14-16,
1.Stock, Zi. 116
Tel.: +4314000 8840
E-Mail: servicestelle.stadtentwicklung@ma21.wien.gv.at

Öffnungszeiten: Mo, Mi, Fr 8.00 bis 12.00 Uhr
Di, Do 8.00 bis 17.30 Uhr

Online sind alle Informationen zum Plandokument verfügbar unter

www.wien.gv.at/stadtentwicklung/flaechenwidmung/aktuell/

Der offene Charakter des Gebiets soll nun erhalten bleiben. Oder, wie Papai es ausdrückt, „Siedlungsgebiet muss Siedlungsgebiet bleiben“.

Der neue Plan liegt ab Donnerstag in der MA21 auf. Persönliche Stellungnahmen können dort bis 10. Juni abgegeben werden.

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