Reportage aus Neustift am Walde am 06.08.2013.

© KURIER/Gilbert Novy

Bausünden
08/27/2013

Neustift: Bausperre könnte zahnloses Instrument bleiben

Der Abbruch von alten Häusern kann nicht verhindert werden, befürchten jetzt die Aktivisten.

von Josef Gebhard

Es wirkt wie eine Beruhigungspille für besorgte Anrainer – verabreicht rechtzeitig vor dem Neustifter Kirtag, der vergangenes Wochenende über die Bühne ging: Mit einer dreijährigen Bausperre soll die weitere Zerstörung des alten Ortskerns von Neustift am Walde verhindert werden.

Mitte August fasste der Bauausschuss in Döbling einen entsprechenden Beschluss. Im September muss er noch vom Gemeinderat abgesegnet werden.

Wie berichtet, wurden zuletzt in der Schutzzone gleich mehrere alte Winzerhäuser abgerissen, um neuen Wohnhäusern Platz zu machen.

Doch ist jetzt damit alles eitel Wonne? „Die Frage ist, wie wirkungsvoll die Bausperre wirklich ist“, gibt sich Markus Landerer von der Initiative Denkmalschutz skeptisch. „Denn sie erschwert nur eine Baubewilligung, aber nicht den Abbruch bestehender Häuser.“ Auf den Adressen Neustift am Walde 50 und 72 gebe es gleich zwei Häuser, die akut von einem Abriss gefährdet seien.

Zu spät reagiert?

Laut Landerer hätte die Politik schon vor Jahren bei der Erstellung des neuen Flächenwidmungsplanes reagieren müssen. Mehr noch: Auf bereits genehmigte Einreichpläne für Neubauten hätte die künftige Bausperre keine Wirkung mehr. Es könne also trotzdem munter weitergebaut werden, befürchten jetzt die Anrainer. Zudem könnten noch in letzter Sekunde neue Pläne bis zum Inkrafttreten der Sperre eingereicht werden.

„Aktuell ist kein Plan in Neustift eingereicht“, sagt dazu Döblings Bezirksvorsteher Adi Tiller (ÖVP). Jene für das zuletzt abgerissene Objekt Neustift am Walde 86 bis 88 seien nicht mehr gültig. Denn in den Neubau hätte die alte Frontfassade integriert werden müssen. Doch die existiert seit dem kompletten Abbruch des einsturzgefährdeten Hauses nicht mehr.

Sollten jetzt noch Pläne eingereicht werden, betont Tiller, werde er diese bei der Bauverhandlung beeinspruchen, so das Vorhaben nicht mit dem traditionellen Ortskern vereinbar sei. Ein strengeres verbindliches Gestaltungskonzept für Schutzzonen, das die Rücknahme von First- und Fluchtlinien umfasst, fordert indes Sepp Stranig von der SPÖ: „So könnten Bauvorhaben für Spekulanten uninteressanter werden.“

Winzersohn von Skinheads verprügelt

Zwei Fälle von Körperverletzung beim Neustifter Kirtag in Wien-Döbling beschäftigten die Exekutive. Der Sohn eines bekannten Winzers ist in der Nacht auf Samstag von einem 27-jährigem Wiener und einem 28-jährigem Salzburger an Rücken und Kopf verletzt worden. Der Mann wurde in ein Krankenhaus gebracht, bestätigte Polizeisprecher Thomas Keiblinger einen Bericht der Tageszeitung Österreich. Freitagnacht wurde ein FPÖ-Politiker bei der Veranstaltung von einem Glas getroffen.

Nach dem Zwischenfall am Samstag wurden die Verdächtigen unweit des Tatorts festgenommen. Sie sollen zuvor gegen 1.00 Uhr auf den Zaun der Weinbauern eingetreten haben. Das führte zu den Tätlichkeiten, bei denen auch der Winzer selbst leicht verletzt wurde. Vom 44-jährigen Winzersohn zur Rede gestellt, begannen sie auf diesen einzuprügeln.

Eine Anzeige wegen Körperverletzung gegen unbekannt wurde vom Obmann der FPÖ Wien-Josefstadt, Maximilian Krauss, eingebracht. Zwei unbekannte Täter sollen bei einem Gerangel in einem Lokal den 20-Jährigen mit einem Glas verletzt haben, bestätigte die Polizei. Laut einer FPÖ-Aussendung soll die Attacke am Freitag zwischen 23.00 Uhr und Mitternacht erfolgt sein, der Politiker habe eine Platzwunde erlitten, die Krankenhaus behandelt wurde.

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